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Dr. Götz
Das Grundstück rechterhand des ehemaligen Stadtambulatoriums mit dem etwas zurückgesetzten Haus gehörte der Familie von Dr. Götz. Zuvor hatte Dr. Götz noch seine Praxis und Wohnung zur Miete im Haus der Frau Zimmermann in der Mühlenstraße 2 gehabt. Doch in den 20-ziger Jahren zog er hierher. Hier wohnte er mit seiner Familie in der oberen Etage, während er unten seinen Praxisbetrieb eröffnete. Um 1930 errichtete er auf dem Nachbargrundstück(links, von der Straße aus gesehen) ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Dieses Haus bezog er um 1931/32. Wieder wohnte die Familie oben, während sich die Praxis unten befand.
Überraschend standen 1937 zwei SA- Leute vor der Eingangstür zur Praxis und ließen niemanden mehr hinein. Dr. Götz war „Halb- oder Vierteljude“, eines der makaberen Begriffe aus der NS- Zeit. Deshalb wurde er wie andere Juden in Werneuchen auch, verfolgt. Etwa ein Jahr später emigrierte Dr. Götz in die Mongolei.
Dr. Götz war verheiratet. Seine Frau war Oberschwester in Berlin. Ihr Arzt war Prof. Dr. Gorbrand, der im Team mit Prof. Dr. Sauerbruch herangezogen wurde, wenn Politprominenz der Nazis zu operieren bzw. zu behandeln war.
Aus der Ehe mit der Oberschwester gingen drei Kinder hervor: Herma, Beate und Peter Götz.
Als Dr. Götz emigrierte gingen Frau und Kinder nach Berlin- Willmersdorf. Nach dem Ende des Krieges kehrte Dr. Götz zu seiner Fam. Nach Bln.-Wilmersdorf zurück. Wenig später besuchte er Werneuchen, wo er mit „Pauken und Trompeten“ empfangen wurde. Viele Einwohner freuten sich aufrichtig über die Rückkehr des Arztes. Doch er sah sich lediglich sein Haus an, welches inzwischen schon Stadtambulatorium war und fuhr zurück nach Wilmersdorf.
Hier eröffnete er später eine neue Praxis. Doch hier verstarb er relativ früh nach wenigen Jahren.
Nachdem Dr. Götz emigrierte bezog Fam. Petrak das Wohn- und Geschäftshaus. Der Herr Petruk war nach dem Krieg Werksleiter im Heizhaus auf dem Flugplatz. Nachdem es am 31.12.1946 gegen 11.00 Uhr eine Explosion gibt, wird er verhaftet. Man vermutet Sabotage und verhört eine Reihe von weiteren deutschen Angestellten. Untersuchungen ergeben, dass eine aus dem Krieg stammende Fliegerbombe in heißer Asche neben dem Kesselhaus Ost explodierte.
Herr Petruk wurde nach seiner Verhörung nicht wieder gesehen. Seine Familie ging daraufhin in den Westen.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014