Landwirt Wegener (Mühlenstraße 11)

Die Wirtschaft des Willi Wegener lag in der Mühlenstraße 11.Sein Gehöft uns das umgebende Garten- und Ackerland reichte einschließlich der gesamten heutigen Poststraße bis zur Mühlenstraße. Wo heute die Wohnhäuser aus den 30-zigern stehen, standen einst viele Kirschbäume. Die Poststraße war ein unbefestigter Feldweg. Dieser Weg hieß: Kirschweg. Entsprechend mußten Wegeners auch noch bis Ende der 90-ziger Jahre für die Poststraße Grundsteuern zahlen. Doch sie verkauften dann die Poststraße für 20 Pfennig/qm an die Stadt.
In den 50-ziger Jahren betrieb Hertha auch die Hertha-Drogerie in der Mühlenstraße 11. Der ehemalige Eingang ist heute zugemauert und die Fenster wurden verändert.
Bei der Wirtschaft der Wegeners handelte es sich um ein Bauernhaus mit Krüppelwalmdach und ein zweistöckiges Stallgebäude, welches u.a. als Pferdestall genutzt wurde. Etwas weiter befand sich eine riesige Scheune, hinter der sich ein Rosswerk befand. Das Zahnrad mit etwa 1,5 m Durchmesser trieb ein Kegelrad mit 20-30 cm Durchmesser an. Über dem Zahnrad befand sich ein Balken welcher bis 8m lang war und vor dem 2 bis 4 Pferde angespannt werden konnten, die dann im Kreis liefen. Dank der großen Übersetzung durch das große Tellerrad mit dem kleinen Kegelrad ließ sich damit über einen Kardan eine Dreschmaschine antreiben.
Im Haus Nr. 11 der Wegeners befand sich nach dem Krieg die Hertha Drogerie. Mitte April 1945 als der Oderbeschuß in Werneuchen zu hören war, flüchtete Hertha Wegner zusammen mit der Fam. Padeiks, Gerhart Wittstock aus Weesow, sein Cousin und natürlich ihre Kinder Gert und Uschi in Richtung Ostsee. Zuvor hatte man die wichtigsten Klamotten und Papiere zusammen gerafft und machte sich zunächst mit den Fahrrädern auf den Weg nach Weesow, Löhme bis nach Neuruppin. Dort hatte die Mutter Verwandte bei denen sie in der Scheune übernachteten. Zu essen hatten auch duie Verwandten nicht und man war dort wahrscheinlich auch deswegen in Zeiten der bittersten Not wenig willkommen. Hinter Neuruppin ging es noch ein Stück per Anhalter mit einem Wehrmachts- LKW weiter der 2 große Luftminen transportierte.
Gerd Wegener war von 1953 bis 1955 Fahrlehrer der Motorradstaffel Werneuchen auf dem Stützpunkt auf der MTS- Werneuchen. Die Staffel bestand damals aus 5 Stück Awo 250-er. Die Staffel unterstand der GST. Hier wurde 1955 mit der vormilitärischen Ausbildung angefangen. Doch die Motorradfahrer wollten Gelände fahren, Rennen machen und Ausflüge unternehmen. Doch dann folgten Schießausbildungen auf dem Schießplatz Werneuchen hinter dem alten Sportplatz gegenüber vom Arzt Langener. Mit dem Militär hatten viele nichts am Hut. Im Jahre 1955 ging Gerd dann in den "Westen" und kam nach der Wende in den 90-ziger ahren wieder in seine alte Heimatstadt zurück.
Gerd Wegener mit dem Motorsportklub Werneuchen im Jahre 1954 bei einer Ausfahrt auf der "Bernauer Schleife".
Gert seine erste Frau starb im Alter von 43 Jahren an einem Gehirnschlag.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014