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Stadtakten des Jahres 1946


27.02.1946, Sellungnahme der KPD Werneuchen zum Antrag des Fritz Büttners seine Schankwirtschaft wieder zu eröffnen

In dem Lokal von Fritz Büttner, Werneuchen haben vor 1933 die führenden Männer der Stadt Werneuchen ihre Vorbesprechungen abgehalten und es durften deswegen ein Arbeiter, wenn er der KPD angehörte, das Lokal nicht betreten. Ich wurde selbst zweimal hinausgewiesen, dagegen Arbeiter, welche als Zuträger und Spitzel dienten, spielten dort mit dem damaligen Bürgermeister Skat.
Die Spitzeltätigkeit der geduldeten Arbeiter wurde mir vom damaligen Bürgermeister bestätigt. Diese Spitzeltätigkeit führte zu meiner Verhaftung und ich endete im KZ-Lager.
Von 1933 bis 1942 war dieses Lokal immer nur der Treffpunkt derjenigen Elemente, denen wir unser heutiges Elend zu verdanken haben, demzufolge würde die Erteilung einer Konzession an Büttner einen Treffpunkt für die Feinde des Wiederaufbaues eines neuen demokratischen Deutschlands bilden.


06.06.1946, Werneuchen - Charakteristik des Schulleiters und Bibliothekars Walter Holzhäuser


06.06.1946, Werneuchen - Die Angestellte im Stadthaus Frau Hildegart Warsow, Mutter von drei Kindern, pflegt unmoralischen Umgang mit russischen Soldaten


12.06.1946, Beiersdorf - Hermann Pietsch ehemaliger Vorarbeiter auf dem Gut Ahrend hat ukrainische und polnische Frauen und einen Franzosen geschlagen.


 

11.07.1946, Werneuchen - SED Werneuchen an die SED-Gebietsleitung Zörbig

Die SED Werneuchen teilt auf Anfrage der Arbeitsgebietleitung der SED Zörbig mit, dass das ehemalige NSDAP Mitglied und SA Scharführer Otto Jagode aus Werneuchren einer der schlimmsten Nazis war, bei jeder Gelegenheit seine SA-Uniform trug und im übrigen eine brutale, feige und schmarotzende Gesinnung hat.


18.07.1946, Werneuchen - SA-Mann Otto Jagode hat an Massenerschießungen teilgenommen

Otto Jagode ist ein besonders übler Nazityp. Jagode ist ein altes Mitglied der NSDAP und war Scharführer der SA. Er trat grob und brutal auf und die antifaschistischen Einwohner waren stets in Sorge, von ihm denunziert zu werden. Er erzählte hier, als er auf Urlaub war, dass er in Russland dabvei gewesen sei, wenn Massenerschießungen stattfanden, um mit den Leichen der Frauen und Kinder die Löcher in der Straße auszufüllen. Er rühmte sich damit, dass er selbst an diesen Schandtaten teilgenommen hat. Würde er hier sein, so würden wir ihn der russischen, politischen Polizei übergeben.


15.07.1946, Werneuchen - Bescheinigung der SED-Gruppe Werneuchen

-SA-Mann Behm aus Werneuchen war eigentlich ein Kommunist und der Familie Wenzel versucht hat zu helfen, die aber dann trotzdem vernichtet wurde

 


19.07.1946, Entnazifierung von Anton Wentzlick vom Antifaschistischen Auschuss Werneuchen mit 5 zu 1 Stimmen abgelehnt


07.08.1946, Werneuchen - Kriegsverbrecher Dunst, Hirschfelde ist aus der Haft des NKDW entflohen


01.09.1946, Werneuchen - Spitzelbericht der SED-Werneuchen (heute die Linke) über die Wahlversammlungen der demokratischen Parteien in Werneuchen

Eine der Geheimakten der SED-Werneuchen, "Arbeitsgebiet Werneuchen", Einbklicke in die geheime Spitzeltätigkeit der SED (heute dieLinke) gegen die andereren Partienen der Stadtverordnetenversammlung in Werneuchen.


13.09.1946, Werneuchen - Die Akte "Nagrassus", Ablösung des Werneuchner Ortspolizisten wegen Trunkenheit u.a.


19.09.1946, Werneuchen - Ermittlungsverfahren der SED Cottbus und Werneuchen gegen das SA und NSDAP-Mitglied Schwarz, Werneuchen, Altstadt 1c

 


05.10.1946, Karl Grothe denunziert Karl Krüger

Als der Krieg mit Russland begann, äußerte ich mich im Beisein des Zimmerpoliers Karl Krüger! Krüger sagte, die Russen hätten laut Heeresbericht eins auf den Deckel bekommen. Darauf sagte ich: Wenn das nicht mal umgekehrt ist!


06.11.1946, Bericht der SED über den CDU Gemeindevertreter Petrick

Herr Petrick besitzt in Eberswalde ein Restaurant, das er verpachtet hat. Er war hier nach dem ersten Weltkrieg Bauunternehmer, konnte sich aber nicht halten, weil er einen ziemlich flotten Lebenswandel führte, der über seine Verhältnisse ging. Er hat sich später als baukontrolleur und durch ähnliche Geschäfte ernährt. Im ersten Weltkrieg wurde er als Leutnant entlassen. Während der Hitlerzeit, vor dem Kriege, machte er eine Ausbildung zum Hauptmann durch und war im Kriege als Hauptmann bei der Truppe. Das er antifaschistisch gewesen wäre, ist damals von der Bevölkerung nicht bemerkt worden. Im Gegenteil, er galt als ziemlich reaktionär. Herr Petrick ist jetzt zweiter Vorsitzender der CDU-Ortsgruppe Werneuchen und seit der Gemeindewahl Gemeindevertreter der CDU.


 

13.11.1946, Johannes Krämer hat nicht einwandfrei gearbeitet

Herr Johannes Kramer hat nach einer Mitteilung, dass er langjähriges Mitglied der früheren SPD und als solches aus dem Dienst entlassen sei, im Mai-Juni 1945 die Leitung unseres Wohnungsamtes übernommen. Man darf sagen dass seine Arbeit, obwohl ihm auf seinem Wunsch ein verhältnismäßig großer Stab von Angestellten zur Verfügung stand, nicht ganz einwandfrei war.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014