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Die erste spanische Jagdstaffel

In Spanien wurde der Beginn des deutschen Ostfeldzuges in der Bevölkerung überwiegend mit Genugtuung und Freude zur Kenntnis genommen. General Franco bot sich jetzt die Möglichkeit, durch die Entsendung von Freiwilligen, seine "Schuld" an Deutschland, für dessen Unterstützung im Bürgerkrieg begleichen zu können, ohne einen direkten Kriegseintritt wagen zu müssen. So wurde von ihm eine Infanteriedivision und die 1. Escuadrilla de Caza (1. spanische Jagdstaffel) zur Verstärkung der deutschen Offensive unter deutsches Kommando gestellt.
Hauptmann Salas Larrazábal, rechte Hand des legendären García-Morato (Chef der ''1ª Escuadrilla Azul de Caza''), war vom Spanischen Flugministerium (Ministerio del Aire) beauftragt worden, die erste Blaue Staffel zu kommandieren, die am 24. Juli 1941 von Madrid abreiste und in der Jagdfliegerschule Werneuchen in Berlin ausgebildet wurde. Die Staffel wurde dem VIII. Fliegerkorps, unter von Richthofen, unterstellt, welches seinerseits der Luftflotte 2, geführt von Generalfeldmarschall Kesselring, unterstand.
Die Staffel bestand aus drei Hauptmännern und zwölf Oberleutnants. Alle hatten bereits im Spanischen Bürgerkriegs (18. Juli 1936 - 1. April 1939) Kampfeinsätze geflogen. Das Bodenpersonal wurde von Hauptmann Salas' Bruder, Ramón Salas, kommandiert. Die insgesamt 17 Flugzeugführer der 1. Escuadrilla de Caza waren die Elite der spanischen Luftwaffe. Sie hatten bereits insgesamt 79 Luftsiege im span. Bürgerkrieg errungen und Hptm. Salas Larrazabal, hatte hiervon allein 17 Abschüsse auf seinem Konto. Stellvertreter von Salas Larrazábal war Kapitän Muñoz Giménez, der Erfinder der "Kette", einer Dreier-Formation, die auch noch heute von allen Luftwaffen der Welt für Bodenangriffe geübt wird. Unter ihren deutschen Uniformen trugen die Spanier das blaue Hemd der "Falange" (der faschistischen Partei Spaniens), was ihnen den Beinamen Escuadrilla Azul (Blaue Staffel) eintrug. Die spanische Jagdstaffel verließ Madrid am 24. Juli 1941 zunächst zur Jagdfliegerschule 1 in Werneuchen. Obwohl die meisten Piloten der Spanier die deutsche Kampftaktik bereits kannten, wurden ihnen hier ab Juli 1941 die neusten Erkenntnisse des Luftkrieges Nahe gebracht. Des weiteren wurden sie auf die Bf 109 E-7 eingewiesen.
Die Einheit, nun als 15. spanische Staffel (des JG 27 VIII Fliegerkorps von Richthofen der Luftflotte 2 von General Feldmarschall Kesselring) geführt, erreichte mit seinen zwölf Bf 109 E-4 (bzw. Bf 109 E-7) am 24. bzw. 26.09.1941 den Frontflugplatz Moschna südwestlich von Smolensk. Bereits bei ihrem ersten Einsatz von Moschna aus, am 2.10.1941 verlor die Staffel den Leutnant Luis Alcocer Moreno-Abella und Sohn des damaligen Bürgermeister von Madrid, dessen Maschine sich bei einer Notlandung überschlug.
Der Leichnam des Leutnant Luis Alcocer Moreno-Abella wurde offensichtlich wieder nach Werneuchen überführt und auf dem neuen Friedhof bei den Soldatengräbern beerdigt.

Danach wurde die Staffel nach Byelov vor die Moskauer Front verlegt. Später nach Kalinin ab dem 31.10. war die Staffel in Staritza bei Rudsa (80 km von Moscow). Hier wurde Hptm. Muñoz am 27.11. über feindlichem Territorium abgeschossen. Am 28.11. wurde die Staffel unter dem Druck der russischen Offensiven nach Klin zurückverlegt. Anfang Dezember erreichten einige Maschinen des neuen Typs ME Bf 109 (F-2 y F-4) die Staffel. Der Rückzug der span. Einheit endete in Witebesk.
Hier erreichte sie, am 06. Jan. 42, der Befehl zum Rückmarsch in die Heimat. Nach 460 Einsätzen, 10 Abschüssen, der Zerstörung von 4 Maschinen am Boden und den Verlust von fünf eigenen Piloten (2 davon vermißt) trat die 1. Escuadrilla de Caza die Heimreise an. Als Ablösung erreichte am 08. Juni 42 die 2. Escuadrilla de Caza, die als 15. (span.)/ JG 51 geführt wurde, die Ostfront. Insgesamt wurden fünf spanische Staffeln an der Ostfront eingesetzt, die es auf ca. 3 000 Feindflüge in Russland brachten. Hierbei schossen die span. Piloten 137 russische Maschinen ab. Die eigenen Verluste beliefen sich auf 18 gefallene und 2 vermißte Flugzeugführer. Andere Quellen berichten von 74 Abschüssen mit dem Verlist von 7 eigenen spanischen Piloten und 3 Vermmissten. Der Fliegergeneral und Kommandeur Wilfred von Richthofen ehrte später die gefallenen Muñoz, Alcocer, Ruibal und Bartolomé . Im März 44 verließ die letzte span. Einheit, auf drängen der Westalliierten, die Front im Osten.
Auf der Suche nach der Grabstelle
Es wird behauptet: Die hiesigen deutschen Kriegsopfer wurden bis 1945 auf dem Flugplatz auf einem eigenem Friedhof des Flugplatzes beerdigt.Der Friedhof auf dem Flugplatz wurde nach dem Krieg von der sowietischen Garnison weitergenutzt. Hier wurden zunächst auch die russischen Kriegstoten begraben. Später überführten die Russen die sterblichen Überreste zur zentralen Gedenk- und Begräbnisstätte nach Freienwalde.
Die abgeschossenen bzw. verunglückten britischen und amerikanischen Soldaten bzw. Flugzeugbesatzungen wurden rechterhand des heute noch erhaltenen Grabes des Piloten Köhler beerdigt.(Köhler stürzte zu Kriegsende 1945 in Wesendahl mit seiner Maschine ab.)
Die Amerikaner kamen zwischen 1958 - 1960 mit Jeeps vor das Rathaus Werneuchen vorgefahren. Sie riegelten dann den Friedhof ab und niemand durfte ihn betreten.Dann wurde dieser gesamte Bereich von den Amerikanern ausgebaggert und die sterblichen Überreste der Soldaten in ihre Heimatländer überführt.
Auf dem neuen Friedhof Werneuchen, wo heute die deutschen Soldatengräber sind war damals nur eine Wiese. Der Bereich war frei. Es gab dort lediglich ein ziviles privates Doppelgrab.Erst ungefähr 1958 sollen dann die sterblichen Überreste der deutschen Soldaten vom Flugplatz auf diesen Platz umgebettet worden sein, behauptet ein ehemaliger Friedhofsangestellter.

 

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014