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Die Altstadt Nr. 12
Wir schreiben das Jahr 1626. Hier wo um 1880 einmal das massive Bauernhaus der Ackerbürger Schmiedicke Altstadt/ Mühlenstraße gebaut werden wird, stehen mehrere Wohnhäuser in Fachwerk mit Lehm und Holz erbaut und mit Stroh gedeckt. Die kleinen Wohnhäuser und Stallungen stehen mehr entlang der Mühlenstraße und gehen parallel mit der Uferböschung des Graben entlang. Das Gebiet links und rechts des Grabens ist mit Schilf bewachsen, zum teil morastig und sumpfig. Es gibt auch einige Teiche. Etwas weiter entfernt vom Graben hört der Schilfbewuchs auf. Hier gibt es höher gelegenen fruchtbaren Boden, der auch ohne künstliche Bewässerung in Sommermonaten Früchte hervorbringt. Eine wesentliche Vorraussetzung der wir die Gründung Werneuchens durch die ersten Siedler verdanken.
Der dreißigjährige Krieg wütet. Die Pest entvölkert Nachbarstädte und Dörfer. Die strohgedeckte Fachwerkstadt Altlandsberg wird 1629 durch einen Stadtbrand völlig zerstört.1632 erreicht die Pest Werneuchen. Der Ortspfarrer Matthäus Rosenthal bleibt in der Stadt und wird Arzt, Apotheker und Totengräber in einer Person. Ihm wird später dafür den Ehrentitel "Pestilenziarius" verliehen und 10 Thaler aus der Kirchenkasse für seine treue Arbeitvergütet.1633 wird Strausberg wird von kaiserlichen Truppen geplündert. Es wird gemordet, zerstört, vergewaltigt und geplündert. Nur 80 Einwohner bleiben in der Stadt. Die kaiserlichen Truppen erreichen jetzt auch Werneuchen und requirieren 1634 an einem Tag 20 Wispel Getreide, 14 Ochsen, 3 Kälber, 22 Hammel, 15 Fuder Heu von den Einwohnern. An einem anderen Tag werden von Truppen des Herzog Franz Carls Reiter über 250 Schafe, 8 Stück Rindvieh, alle Hühner und Gänse, Schweine und 20 Wispel Getreide ausgeliefert. Fürchterliches passiert in unserer Nachbarstadt Straußberg als 1635 Exekutionstruppen Quartier nehmen um Kontributionen beizutreiben. Werneuchen soll dabei durch Kroaten heimgesucht worden sein. Georg Wilhelm tritt 1636 zum Kaiser über. Jetzt hausen kaiserliche und Schwedische Truppen in der Mark aufs Fürchterlichste. Im Dezember langt ein in schwedischen Dienste stehendes schottisches Söldnerregiment in Strausberg ein um Naturalbezüge zu requirieren. In Werneuchen passiert das furchtbarste im Jahr 1637. Die Gebrüder von Krummensee berichten dazu, dass: "durch Verwahrlosung der marschierenden und einquartierten Soldaten bei den damaligen großen Durchzügen eine schreckliche große Feuerbrunst in bemeldeten unserm offenen Städtlein Vernoike entstanden, darin nicht allein alle Häuser und Gebäude außer zweier Gärtnerwohnungen, sondern allermeist - welches mit blutigen Zähnen und Thränen zu beweinen, die schöne wohl erbaute Kirche und Pfarre samt Verschmelzung fünf wohlklingender Glocken mit aufgegangen und eingeäschert worden". Ein Jahr später 1638 liegt Werneuchen am Boden und zudem bricht im benachbarten Bernau die Pest aus. Das vor Monaten abgebrannte Werneuchen, indem die verbliebenen Einwohner in nur notdürftig wieder hergestellten Häusern wohnen, wird 1639 von ungarischen Scharen überfallen. Nach dem Überfall zählt ein aus Straußberg gesandter Reiter auf seiner Erkundung in Werneuchen nur noch ganze 40 Einwohner. Die verbrannte und zerstörte Stadt hat fast aufgehört zu existieren. Noch 9 Jahre wird der Krieg toben und 1648 sein Ende nehmen. Hier beginnt die Urkundenzeit unserer Stadt und in heimatkundlichen Erwähnungen taucht jetzt der Name Schmiedicke um 1649 auf. Gleichzeitig entstehen südlich der heutigen Altstadt und des Gutes die „Neustadt“. Der Neu- bzw- Wideraufbau der Kirche erfolgt um 1650 unter Einbeziehung des noch erhaltenen Altarraumes. Von den damals beschafften beiden Glocken mit ausführlicher Inschrift und Angabe der Gusszeit im Oktober 1651, ist die kleinere davon über die Glockenabgabe des vorigen und letzten Weltkrieges hinaus, uns bis heute erhalten geblieben. Übrigens die älteste im ganzen Kirchenkreis. Die Besichtigung des Landreiters Sebastian Becker im April 1652 erbringt lt. Bericht in Werneuchen nur 11 bewohnte Hausstellen. Man darf daraufhin die Einwohnerzahl in Werneuchen so auf etwa 50 bis 70 Personen schätzen.
Der Wideraufbau der Stadt, die erste Erwähnung von Schmiedicke und die neu erbaute heutige "Altstadt" von 1652 bis 1848.
Ab 1652 entstehen in der heutigen Altstadtstraße 20 neue Häuser aus Fachwerk und Strohdächern. Hier fängt die Geschichte des Namens Schmedicke drei Jahre zuvor 1649 mit erster urkundlicher Erwähnung an.
Am 10.3.1708 werden Johann Christian Schmedicke und am 4. Mai 1722 Samuel Schmedicke als Söhne von Johann Schmedicke und Gertrut Beator geboren. Aus dem Jahr 1731 wird uns dann ein "Hans Schmedicke" bekannt. Vermutlich sein Sohn Samuel Schmiedicke lebte dann von 1768-1794. Der hatte wieder einen Sohn Johann Samuel Schmiedicke der Frau Dorothea Sophie Liepner heiratete. Aus dieser ersten Ehe entstanden 3 Kinder. 1. Karoline Wilhelmine Schmiedicke, welche den Mühlenmeister Johann Friedrich Hindenburg heiratete. 2. Friedrich Wilhelm Schmiedicke, 3. Rentier Samuel Schmiedicke.

Aus einer 2. Ehe zwischen Johann Samuel Schmiedicke und der Ehefrau Dorothee Louise Schmiedicke (geb. Hoffmann) sind uns wieder 3 Kinder bekannt.
1. Karoline Friedericke Wilhelmine Schmiedicke, welche den Bauern Karl Ludwig Lehmann heiratete. 2. Heinrich August Schmiedicke und 3. Dorothee Emilie Schmiedicke. Johann Samuel Schmiedicke starb am gest. 7.1.1855. Über den Wohnort des Schmiedecke wissen wir Einiges. Möchte man den Namen deuten, läßt sich als Erstes auf "Schmiede" und "Ecke" schließen. Man darf aber auch annehmen, daß sich der Hof über die Altstadt 12 bis 14 erstreckte und sich weit den Mühlenerg erstreckte.Aber über Heinrich August Schmiedicke (geb. 1820, gest. 23. Sep. 1901) erfahren wir nun, daß er den Hof der "Schmiedicke in der Altstadt" (der heutigen Altstadt 12 und Altstadt 13) im Jahre 1855 nach dem Tode seines Vaters übernommen hat. Da auf dem Hof das Jüngstenerbrecht lag, war er als jüngster Sohn der Anerbe (alleinige Erbe) des gesamten Hofes in der Altstadt mit dem dazugehörigen Zubehörs der Ackerflächen, welche außerhalb der Stadt lagen, gewesen. Aber Geschwister sind zunächst noch nicht bekannt. Auf das Jüngstenerbrecht werden wir später noch eingehen. Heinrich August Schmiedicke war mit Friedericke (geb. Grunow) verheiratet. Sie hatten 1845 geheiratet und feierten 1895 goldene Hochzeit. Beide hatten 5 Kinder. 1. Marie Schmiedicke (verheiratet Bugge), 2. Gustav Schmiedicke, 3. Anna Schmiedicke (verheiratet Lüben) (evtl. nochmal mit Güthling?), 4. Ernst Schmiedicke (gest. 4.3.1937), 5. Emilie Schmiedicke (verheiratet Neumann).

Der Hof der Ackerbürger Schmidicke in der Altstadt im Jahre 1848.
Eine äußerst detailgetreue Urkunde zeigt uns den Hof der Schmiedicke an der "Straße nach Beiersdorf" (heute die Altstadtstaße)/ Ecke Mühlenstraße im Februar 1848 . Links des Fließ liegt der "Garten des Ackerbürgers Engel". Auf der rechten Seite die Häuser der heutigen Altstadt 14, Altstadt 13 und Altstadt 12 (von links nach rechts). Der Hof ist als "Gehöft des Ackerbürgers August Schmiedicke" bezeichnet. Hinter dem Haus befanden sich entlang der Mühlenstraße zwei Ställe. Ältere Bürger erinnerten sich, dass man Pferde praktisch im Vorbeigehen "streicheln" konnte. Das rote Gebäude (zweites von links) war ein Holzschuppen um 1848 erbaut. Von dem Fließgraben ging ein Seitengraben zwecks der zentralen Hofentwässerung ab. Dieser Graben diente der Regenentwässerung und Drainage, ohne die eine Bewirtschaftung des sehr tief gelegenen Bodens in den Niederungsausläufern des Grabens und der Stienitz nicht möglich wäre. Hinter dem Haus Altstadt 13, wurde aber später ein weiterer Stall für die Pferde aus Naturstein errichtet, der den Stall an der Mühlenstraße aber nicht ablöste. Er ist hier noch nicht eingezeichnet. Alle Ställe existierten noch bis in die 60-ziger Jahre. Der Stall hinter dem Haus Altstadt Nr. 13 steht heute noch als Ruine. Das Wohnhaus an der Mühlenstraße hinter dem Stall (das erste Haus v. r.) gehörte der Hebamme Kersten. Nach der Karte stand seit vermutlich dem 17. Jahrhundert an der Ecke Altstadt/ Mühlenstraße ein massiver Fachwerkbau, welcher im Gegensatz zu den anderen Häusern der heutigen Altstadt 13 und 14 schon über ein Ziegeldach verfügte.

Hier fällt auf, dass das Haus der Altstadt 12 auch nicht ganz in der Bauflucht der Häuser Altstadt 13 und 14 steht. Man erkennt, daß das Haus Altstadt 13 noch den uralten topografischen Gegebenheiten folgend, dem Bogen nach wendischer Art zur aufsteigenden Mühlenstraße folgen will. Doch das später errichtete Haus der heutigen Altstadt 12 folgt wiederum einer neuem regulärem Neubebauungsidee für die Altstadt. Der rechte Hausgiebel dieser zwar späteren aber hier ersten nachweisbaren Bebauung ging trotzdem zeitgemäß zunächst noch im Winkel von 5 Grad mit der Mühlenstraße mit und war also nicht rechtwinklig zu den übrigen Außenwänden des Hauses. Dieser unrechteckige also nicht rechtwinklig ausgeführte Hausgrundriß entsprach noch dem Geschmack der Zeit. Doch entsprechend des stetig wachsenden Hofes der Wirtschaft Schmiedicke wurde dieses Haus um geschätzt 1880 ganz bzw. teil abgerissen und an gleicher Stelle ein neues massives, modernes und im Grundriß rechteckiges Wohnhaus mit Krüppelwalmdach errichtet. Hier sind und aus den 20-ziger und 30-ziger Jahren des folgenden Jahrhunderts Fotos überliefert.

Die drei neuen Häuser auf dem Hof der Schmiedickes ab 1880 und ihre Bewohner

Dieses neue Haus der heutigen Altstadt 12 gehörte mittlerweile zum Hof des Ackerbürgers Ernst Schmiedicke. Den Hof hatte er seit 1855 als jüngster Sohn und somit als Anerbe des jahrhunderte altem deutschen Höferechts der Mark übernommen und wurde von ihm bewirtschaftet.

2.v.L. Eberhart Behnisch, (hat einen Sohn Peter Behnisch?) 4.v.L. Ernst Schmiedicke (junior)


Im auf dem Foto erkennbaren Anbau auf der linken Seite des Hauses befand sich übrigens in den 50-ziger Jahren das "Büro" vom Fritz Schmiedicke, der im Jahre 1966 verstarb. Der Hauseingang des Hauses befand sich straßenseitig in der Mitte. Zu beiden Seiten des Einganges befand sich je ein Zimmer und hinten zum Hof befand sich die Küche.
Da auf dem Hof das Jüngstenerbrecht lag, war also Ernst Schmiedicke als Jüngster Sohn Anerbe. Geschwister sind noch nicht bekannt. Gustav Schmiedicke war mit Frau Friedericke Schmiedicke (geb. Grunow) verheiratet. Sie hatten 1845 geheiratet und feierten 1895 goldene Hochzeit.
August und Friedericke bekommen einen Sohn den Ernst Schmiedicke, den wir im Weiteren den Ernst Schmiedicke (senior) nennen werden. Ernst Schmiedicke (sen.) heiratet im Jahre 1887 Frau Alwine Schmiedicke (geb. Thürling). Alwine hatte übrigens eine Schwester Anna, welche den Paul Tissmer aus der Mühlenstraße 3 heiratete. Aber zurück zum Ernst (sen.) und Ehefrau Alwine Schmiedicke.

Die Ehe bringt 5 Kinder hervor. Karl Schmiedicke (gest. 29.5.1952), Fritz Schmiedicke (geb. 1889, gest.6.7.1966), Gertrud Schmiedicke (geb. 3.9.1890, gest. 21.6.1973), Ernst Schmiedicke (den wir im weiteren junior nennen) (15.12.1891, gest. 6.5.1970) und Erich Schmidicke (1892, gefallen 25.10.1915). Sein Sohn Ernst war nach dem im 1. Weltkrieg im Alter von 23 Jahren gefallenen Bruder Erich nun der jüngste Sohn und somit war er der vorbestimmte Erbe des Hofes. Denn der Hof war ein Erbhof, unterlag dem Höferecht. Auf diesem Hof lag also ein absolut Verbürgtes Jüngstenerbrecht. Dieses Höferecht lag meistens auf allen bekannten großen Bauernhöfen. Das Höferecht war Landesrecht. Durch das des Höferecht, waren die davon betroffenen Landwirte und Nachkommen vom normalen Erbrecht nach heutigem Verständnis völlig ausgeschlossen. Doch Gertrud gehörte bereits seit 1932 durch das als späteres Altenteil vorgesehene und aus der Hofmasse heraus gelöste Grundstück Altstadt 13. Ab 1933 gab es das Reichserbhofgesetz.

Erbe ist nach Reichserbhofgesetz Ernst Schmiedicke (junior). Ernst Schmiedicke (junior) war seit etwa 1926 Pächter auf dem Hof seines Vaters Ernst Schmiedicke (senior). Nach dem Tod des Ernst Schmiedicke (senior) im Jahre 1937 gab es wirtschaftliche Verwerfungen auf dem Hof.

Um 1942 nahm der hiesige Ortsgruppenführer Max Thürling dies zum Vorwand dem Hof der Schmiedicke so etwas wie "Schädigung der Kriegsproduktion" vorzuwerfen und beabsichtigte die Zwangsverpachtung an einen ihm genehmen Pächter. Karl Schmiedicke ein Sohn vom Ernst Schmiedicke (senior) beauftragte einen RA und Notar in Altlandsberg, der die Anerbenangelegenheit vor einem Gericht in Altlandsberg zur Zufriedenheit der Familie Schmiedicke klären konnte. Erbe und Wirtschafter wurde Fritz Schmiedicke.

Hier ist uns ein einzigartiges und historisch bedeutsames Schriftstück vom 11.3.1942 erhalten geblieben, dass Licht in diese Auseinandersetzung bringt. Der Hof umfasste neben dem Grundstück über 42 Hektar an Acker und Wald im Verhältnis etwa 8 zu 2. Nach 1945 hat Fritz Schmiedicke den Hof zunächst auch weiter selbstständig bewirtschaftet. Um 1956/1957 hat Fritz Schmiedicke dann den Hof mit Land und Wirtschaftsgebäuden an die hiesige LPG "Ernst Thälmann" verpachtet. In dem Zeitraum der Verpachtung hat die LPG am Hof keine Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen. Das Wohnhaus wurde an Angestellte der LPG weitervermietet. Die Miete wurde nicht an Fritz weitergeleitet. Er beschwerte sich jedenfalls bei der LPG über den voranschreitenden Verfall seines Anwesens.

Letzte Mieter des Wohnhauses Altstadt 12 waren die Fam. Draeger. In den 70-ziger Jahren zog die Familie aufgrund des voranschreitenden

Verfalls des Hauses in die Altstadt 23 um. Ein Sohn dieser Familie kaufte später das Wohnhaus Mühlenstraße 7.


Im Jahr 1966 verstarb Fritz Schmiedicke, der schon selbst mit 40 Witwer wurde. Nach seinem Tode erbten seine Geschwister Ernst und Gertrud Schmiedicke als gesetzliche Erben den Hof. Das Erbhofgesetz war zuvor schon 1947 von einem Kontrollratsgesetz aufgehoben worden. Ernst und Gertrud hatten nach dem Tode des Bruders wohl wegen der Erbschaftssteuer das Erbe nicht auf ihre Namen umschreiben lassen, zumal sie ebenfalls schon im betagten Alter waren. Ernst verstarb 1970.

Auf dem Luftbild aus den 30-ziger Jahren ist die Bebauung mit Scheune und Stallungen zu erkennen. An der Mühlenstrasse (auf dem Bild durch die Scheune verdeckt: befand sich das ehemalige Gebäude einer Schmiede.Hinter den Häusern Altstadt 12 und 13 befand sich eine große Scheune mit zwei großen Toren. Beide Tore der Scheune waren von der sich zwischen den beiden Wohnhäusern befindlichen Einfahrt fast geradlinig (etwas linkslastig) zu erreichen. Auf der Rückseite der Scheune befand sich an gleicher Stelle des vorderen linken Tores ebenfalls ein Tor. Man konnte also links durch die Scheune in den Garten fahren. Links von der Scheune befand sich eine Remise aus Brettern mit einem nach links in Richtung Fließ abfallenden Flachdach. Dort stand die hübsche gut erhaltene Kutsche, die Pferdewagen, die Säge usw. Im Garten befand sich 15 m hinter der Scheune ein Pavillon aus Holz. Etwas weiter hinten im Garten befand sich ein Teich für die Hühner und Gänse. Auf dem Hof vor der Scheune lag mittig der Misthaufen. So das die großen Pferdewagen ungehindert rangieren konnten. In unmittelbarer Nähe befand sich der alte Hofbrunnen. Rechts hinter dem Wohnhaus Altstadt 12 befand sich der Kuhstall. Ihn die Lücke zwischen dem Haus und dem Stall war eine Waschküche mit Schornstein eingebaut worden. Der Pferdestall befand sich hinter dem Haus Altstadt 13. Er steht heute noch. Er ist aus Natursteinen errichtet und hatte ein verbrettertes Obergeschoß, wo das Zubehör für die Pferde und eine kleine Werkstatt untergebracht war. Eine schmale Treppe führte hinauf. Die Deckenhöhe war nicht sehr hoch und man konnte dort kaum stehen.

Das Fräulein Gertrud Schmiedicke verstarb im Alter von 83 Jahren als Rentnerin mit Mindestrentenbezug im Jahre 1973. Um 1960 gab es ein Gesetz in der DDR, dass an die LPG`n verpachtete Flächen nicht mehr an Eigentümer zurück gegeben werden. Man war also Eigentümer hatte aber keine Verfügungsgewalt mehr über seinen Besitz. Quasi eine kalte Enteignung. Im Wohnhaus Altstadt 12 wohnten um 1970 noch Mieter, dann stand das Haus leer. Das Dach fiel ein und ein Wasserrohrbruch gab dem Haus den Rest. Dann bestand das Haus bis zu seinem Abriss durch dien Pächter, die LPG "Ernst Thälmann" um 1975 noch als Ruine . Ebenfalls wurden von der LPG "Ernst Thälmann" die Stallungen und die Scheune mit der Remise (mitsamt den Sägen, Wagen und Kutschen), sowie die Gebäude entlang der Mühlenstraße abgerissen. Die hintere Hofbegrenzung, eine alte Natursteinmauer, wurde ebenfalls teil abgerissen. Die Hofwasserstelle ein Ziegelbrunnen, welcher sich hinter dem Pferdestall befand wurde zugeschüttet. Nach der Wende in den 90-ziger Jahren wurde der Hof von den gesetzlichen Erben (aus der Linie des Gustav Schmiedicke beansprucht. Das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen sah die Übernahme des Hofes durch die gesetzlichen Erben als strittig an.

In der DDR verfielen die Gebäude und wurden nach und nach abgerissen.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014