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Beiersdorf liegt in der Landschaft, wo Geschiebelehm die flachen Bodenwellen der Grundmoräne bekleidet und fruchtbare Fluren den Blick zum Horizont führen, wo sie erst in weiter Ferne dunkler Wald begrenzt. Am südlichen Dorfrand dem Dorf vorgelagert, hinter einer Bodenwelle liegt abgründig die lang gestreckte Senke eines tiefen tausende Jahre alten Seebeckens. Hier siedelten Jäger der Steinzeit und erbauten monolitische Gräber, Semonen, Germanen und später Slawen siedelten hier bis die eindringenden Germanen hier einen befestigten Ort als Oppidum (Stadt) anlegten. Dieses alte der mittelalterlichen Stadt vorgelagerte Becken trägt seit alter Zeit den Namen: Die Teufelsgründe
An seinem Rand begegnet man dem ältesten heidnischen Zeugnisses des ganzen Barnims. Dem Hühnengrab aus grauer Vorzeit noch bevor sich Semonen und Alemannen auf die Völkerwanderung machten und in blutigen Kämpfen gegen die Goten untergingen. Slawen das Beiersdorfer Gebiet besiedelten und schließlich eindringende Germanen die Vorherrschaft übernahmen. Seit frühester Zeit zieht sich östlich vorbei an dieser großen Beckensenke der Weg von Süden auf Beiersdorf. Eine kleine Diluvialerhöhung erleichterte den Übergang über das einst sumpfige Gelände. Der erste Pfuhl des alten Beckens linkerhand vom Weg, trägt seit frühester Zeit seinen furchterregenden Namen: Galgenpfuhl. Der Überlieferung nach, wurden hier in Zeiten als das Oppidum Beiersdorf noch eine eigene städtische Gerichtsbarkeit hatte, das harte Urteil für Diebe, Mörder, Ketzer und Hexen vollstreckt.
Seitdem das heidnische Grab der Steinzeit am Steilhang und der Gehängten die Einwohner fernhielt erzählt uns die Sage von den Teufelsgründen.
Früher, noch ehe die erste Mühle in Beiersdorf bestand, kam ein Jäger in den Ort. Da hörte er im Wirtshaus erzählen, dass sich in den "Teufelsgründen", einer Erdspalte zwischen Beiersdorf und Schönfeld, einige Hütten befänden, die von geheimnisvollen Wesen bewohnt wären. Ein Teil der Wirtshausgäste meinte, es seien eine Art Zigeuner; die anderen behaupteten, es wären Zwerge, ähnlich den Heinzelmännchen. Niemand wisse etwas Genaues über die Hüttenbewohner, weil keines in die Hütte gehen wolle. Der Jäger dachte: Ein Jägersmann braucht weder Zigeuner noch die Zwerge zu scheuen, und er nahm sich vor, gelegentlich das Innere der Hütten zu erkunden.
Als ihm bald darauf anderen Tags ein Dienstgang an den kleinen Behausungen vorüberführte, betrat er eine davon. Sie war leer, ebenso auch die zweite, die dritte und vierte. Nun sagte sich der Förster: Das Gerede über Bewohner in den Hüttchen ist wohl müßiges Geschwätz, es lebt keine Seele darinnen, und er dachte künftig nicht mehr daran.
Einige Zeit später war der Jäger im Wald, nicht weit von den Teufelsgründen, als ein heftiges Unwetter hereinbrach. Der Wind heulte, der Regen fiel in Strömen vom Himmel, und es wurde so dunkel, dass man in der Gefahr war, an einen Baum zu laufen. Der Jäger erinnerte sich der leeren Hütten und nahm in der ersten besten seine Zuflucht, um das Unwetter abzuwarten. Wenn auch die Hütte keine Bequemlichkeit bot, so war's darin doch noch besser als draußen. Er machte sich ein Lager zurecht und schlief bald ein. Um Mitternacht erwachte er von einem Geräusch. Als er die Augen aufmachte, glaubte er zu träumen. Das ganze Hüttchen war gestopft voll mit lauter Zwergen. Sie erblickten den Jäger und schrien: "Was hat der da zu tun?" und fielen wütend über ihn her. Sie kneiften, bissen und zerkratzten ihn, dass kein heiler Fleck an seinem Leibe blieb, und sie ließen nicht eher von ihm ab, bis der erste Hahnenschrei erscholl; dann waren sie plötzlich verschwunden. Der Jäger dankte Gott, dass er wenigstens mit dem Leben davongekommen war. Aber die Hütten hat er künftig nie mehr betreten und lieber einen Umweg gemacht, als dass er auch nur an ihnen vorüberging.

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Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014