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Die Köpenicker Straße und der Beiersdorfer Weg

Ältere Leute in Beiersdorf erinnerten sich noch in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dass die Köpenicker noch im 19. Jahrhundert, alljährlich im Winter, aus Beiersdorf Getreide holten und das die Beiersdorfer verpflichtet waren, es ihnen zu geben. Die Köpenicker kamen nach Sonnenuntergang und mussten vor Sonnenaufgang das Dorf wieder verlassen haben, sonst war die Getreideabgabe hinfällig. Im Beiersdorfer Krug mussten die Köpenicker dann allemal eine Tonne Braunbier und Schnaps zum Besten geben.
Bis in das Jahr 1524 lag diese Hebung in den Händen des reichen Bürgers aus Köpenick Joachim Funk, der mit dem Adel der ganzen Umgebung bedeutende Landgeschäfte machte. Ein Landesherr muss ihm einmal sehr gewogen gewesen sein, vielleicht für irgend einen Dienst, den er ihm einmal erwiesen hatte, ihm diese Hebung in Beiersdorf vermacht zu haben. Im Jahre 1524 verkaufte Funk die Getreidepacht an Benedict Krull.
Benedict Krull war bereits Besitzer eines Stück Wiesenlandes nördlich von Köpenick. Diese Wiesen hatte lange Zeit vorher im Jahr 1467 der Kurfürst Friedrich II. seinem Küchenmeister Peter Pletz übereignet, dessen Familie das Land später an Krull verkauft hatte.
Im Jahre 1542 verkauften Krulls Söhne die Pacht aus Beiersdorf und die Wiesen an die Stadt Köpenick. Als nun die Wiesen als auch die Beiersdorfer Hebung in den Besitz der Stadt Köpenick kam, erhielt das Land den Namen Beiersdorfer Wiesen, womit angedeutet wurde, dass mit dem Besitz der Wiesen auch das Einkommen aus Beiersdorf verbunden war.
Seitdem erinnert dieser Name an die längst vergangenen Beiersdorfer Abgaben. In dem auf dem damaligen Weg liegenden Werneuchen erinnern noch heute zwei alte Straßennamen an die Wege, die Köpenick im Süden und Beiersdorf im Norden damals miteinander verbanden. Die Köpenicker Straße und der Beiersdorfer Weg liegen auf der ältesten, wahrscheinlich noch aus wendischer Zeit stammende Handelsstraße, welche die slawische Fürstenburg Köpenick mit der Oder verband. Werneuchen verdankt seine Entwicklung, seiner Lage an dieser Straße am Übergang der Stienitz und der aus dem Weesower Luch kommenden wasserführenden Niederung des heutigen „Hohen Grabens“.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014