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Zeittafel Beiersdorf

1264

Der Name Beiersdorf erinnert an die aus Bayern gekommenen Siedler, die den Ort in frühaskanischer Zeit angelegt haben. Wenn uns eine Urkunde aus dem Jahre 1264 berichtet, daß das pommersche Beiersdorf von einem Ritter Theoderich genannt Bawarus oder Baier angelegt worden sei, dürfen wir mit ziemlicher Sicherheit  die gleiche oder wenigstens eine ähnliche Entstehung für unser Beiersdorf annehmen. Die Abgabepflichtigen Bürger hießen damals: Peter Pulmann; Jores Engel; Jürgen Dippoldt; Sie zahlten zusammen 1 Taler 5 Groschen und 4 Pfennige.

1267 In den Urkunden erscheint Beiersdorf zum ersten Mal 1267, in welchem Jahre Markgraf Otto der III. dem Kloster 8 Hufen Land in Beigersdorp übereignet, welche Schenkung 1275 durch die Markgrafen Otto V. und Albert bestätigt wird, unter der Bedingung, daß Kloster Chorin die Tilgung der auf diesen Hufen Land ruhendes Schuld ihres Vaters übernehme. Der Name Beiersdorf erinnert an die aus Bayern gekommenen Siedler, die den Ort in frühaskanischer Zeit angelegt haben. Die Abgabenpflichtigen Bürger hießen damals: Peter Pulmann, Jores Engel, Jürgen Dippoldt.
1275  Es wurde die Villa Beigersdorp und ein Dorf mit Hufen erwähnt.
1300 Nach einer Urkunde vom 13.11.1300 besaß das Nonnenkloster zu Friedland „14 Hufen mit allen Rechten in Beierstorp". Nicht viel später stellten sich die Nonnen zu Spandau als Grundbesitzer vor.Der Ort lag an der uralten Handelsstraße von Berlin nach der Oder, die zwar noch vorhanden ist, aber meistenteils nur noch als Feldweg benutzt wird. Sie führte von Berlin-Cölln, über Hohenschönhausen, Falkenberg, Arnsfelde, Blumberg, Werneuchen nach Beiersdorf, von wo sie über Freudenberg, Heckelberg, Hohen- und Niederfinow nach Oderberg verlief. Die Straße diente natürlich auch als militärische Einbruchstraße bei der Eroberung des Barnim, und Beiersdorf war infolge seiner Lage als militärischer Stützpunkt gegeben. Der Turm der Wehrkirche diente zugleich als Wachturm, der Ort wurde durch Pallisadenumwährung festigungsartig ausgebaut. So entstand das Städtchen Beiersdorf, dessen Bedeutung mit der vollständigen Inbesitznahme des Barnims natürlich verloren ging.
1317 Beygerstorp, .im Historischen Ortslexikon für Brandenburg Teil VI. Barnim 1980 steht: in villa Beygersdorp, Dorf; oppidum, Es wird dieses Dorfes zuerst in einer Urkunde v. J. 1317 gedacht, in welcher Markgraf Johann dem Kloster in Spandow das Eigenthum von 91/2 Hufen im Dorfe Beyerstorp zugestand, welche der Probst des Klosters von den Gebrüdern Große gekauft hatte.
1325 Begerstorp
1335 Das Kloster Chorin hatte die Zehnten von 5 Hufen zu Beyerstorp erworben, deren Besitz vom Bischof zu Brandenburg i. J. 1335 bestätigt ward.
1375   Beyerstorp, steht: Oppidum; 80 Hufen, davon haben die Kirche 1 Hufe, v. Steglitz 13 Hufen, Kloster Friedland 14 Hufen, Kloster Spandau 10 Hufen, Kloster Zehenick 5 Hufen, der Abt zu Chorin 5 Hufen (davon sind 4 weist), Altar in Wriezen 5 Hufen, die v. Löwenberg 6!4 Hufen, die v. Britzke 7 Hufen, die v. Krummensee 4 Hufen minus Y2 viertel, das Schulzendorf 5 Hufen und Mühlen. Im 14. Jahrhundert mußten die Beiersdorfer verpflichtenderweise Getreide an die Stadt Köpenick abgeben.
1375  

Das Landbuch Karls IV. v. J. 1375 giebt über dasselbe folgende Nachricht: „Beyerstorp hat eine Feldmark von 80 Hufen und die Kirche daselbst hat 1 Hufe. Jede Hufe hat an Pacht 10 Schillinge und 1 Schffl. Waizen und 1 Schffl. Roggen, an Wort-Zins (censum arearum) 7 Schillinge und als besonderen Zins noch 8V2 Pf. zu entrichten. Sämmtliche Hufen hatten zusammen jährlich 6 Mark Brandenburgischen Silbers an Steuer (exet 10) zu entrichten."

Von den Hufen besaß: Henning v. Steglitz 13, das Kloster Friedland 13, das Kloster Spandow 10, das Kloster Zehdenick 5, das Kloster Chorin 5, ein Altar in Wriezen 5, die v. Lowenberg 61/2, die v. Britzik 7, die v. Crummensee 33A ein Bürger Duncker in Strausberg 10%, und das Schulzengericht der Stadt hatte 5 Hufen. Von den Abgaben hatte Hennig von Steglitz den Schoß, zwei Altäre, in Spandow und Biesenthal, 3 Talente von den Hufen, die v. Krusemark 1/2 Talent vom Wort-Zinse und Palmdag von jeder Hufe 1 Schffl. Waizen und zusammen 75 Schffl. Roggen. 6)

1441 Beiersdorf wird als Städtchen mit 80 Hufen erwähnt
1450 wurden 84 Hufen, davon 4 Hufen hat die Pfarre angegeben.
1472 wurde über Hebungen der Beiersdorfer zu Bernau berichtet, sowie es als Städtchen mit Rat und Schulze in Urkunden erwähnt wird.
1482 gehörte Beiersdorf zum Amt Biesenthal und als Besitzer wurde die Familie von Arnim angegeben.
1530 In den Strausberger Ratsrechnungen 1530 - 45 wird des öfteren eines Bürgermeisters von Beiersdorf gedacht.
1536 Beyerstorff
1541 1541 verschrieb der zu Boitzenburg angesessene Landvogt der Uckermark, Hans v. Arnim, seiner Ehefrau, Else v. Bülow, 4 Schock aus der Orbede „des Städtchens Beyersdorff" c. (Lehns- Cop. No. 43.) 
1542 Nachweislich feierten seit 1542 am 30. November die Einwohner alljährlich zum Andreastag das so. genannte "Köpenicker Fest" (bis Mitte des 19. Jahrhunderts)
1577 Als 1577 Biesenthal in ein kurfürstliches Amt umgewandelt wurde, wurde Beiersdorf ein Amtsdorf.
1592 war an der Stelle des Rathes wieder wie früher der Schulze getreten.
1595 steht: ein offener Flecken, die Gemeinde oder der Rat leisten Urbede, der Richter oder Schulze mit 5 Lehnhufen, 2 Pachthufen und 1 Braustätte; 17 Hofräume: 2 Sechshofräume, 7 Fünfhofräume (1 mit 1 Braustätte), 1 Vierhofraum, 5 Dreihofräume, 2 Zweihofräume, 8 Kossäten oder Gärtner, 2 Windmühlen vor Beiersdorf, Schmiede, Hirte; Pfarre mit 4 Hufen und 1 Ackerhof hinter der Pfarre von 5 Rucken Land, Küsterhaus mit 2 Hufen und 2 Landhöfen.
1599 Das Erbregister von 1599 nennt Bayersdorf „einen offenen Flecken" der dem Kurfürsten gehöre mit oberen und niederen Gerichten, Kirchlehn, auch Zinsen, Pachten und ihren schuldigen Diensten.
1618 1618 bis 1648        fand der 30jährige Krieg statt, dieser hat den Charakter Beiersdorf als „Städtchen" gänzlich verschwinden lassen.
1624 Das Schoß-Kataster vom Jahre 1624 ergiebt , daß es deren 18 Hüfner waren, daß neben ihnen 8 Kossäthen bestanden und daß 2 Windmühlen vorhanden und daselbst 1 Schmied, 2 Paar Hausleute und 1 Hirtenknecht lebten.
1625 es läßt sich vermuten, daß der Ort durch den 30jährigen Krieg mächtig gelitten hat, es werden nur noch 12 Bauern (1 Schulze), 4 Kossäthen, 8 Knechte und 1 Pfarrer angegeben.
1634 Der 30-jährige Krieg hat den Charakter Beiersdorf als Städtchen gänzlich verschwinden lassen. In den Kriegsschädenprotokollen steht: 1634 „Beyersdorf, ein Biesenthalisch Ambtsdorf, hat in 86 Hufen, darunter sind 4 Pfarr-, 2 Gottes- und 8 Kossätenhufen. Jetzt sollen wüste sein 20 Hufen." Es wurde ihnen soviel geraubt, geplündert und abgenommen, daß sie es gar nicht angeben könnten, lautete die Aussage der Gemeindevertreter.Von den beiden Windmühlen, die schon 1375 erwähnt wurden, war die eine im 30-jährigen Krieg eingegangen.
1634 In dem Kriegsschädenprotokoll von 1634 steht: „Beyersdorf, ein Biesenthalisch Ambtsdorf, hat in allen 86 Hufen, darunter seind 4 Pfarr-, 2 Gottes- und 8 Kossätenhufen. Jetzt sollen wüßte sein 20 Hufen." Man hat ihnen soviel abgenommen, hat geplündert und geraubt, daß sie es garnicht angeben könnten, lautet die Aussage der Gemeindevertreter. Requisitionsquittungen besaßen sie bei der Vernehmung nur über 707 Tlr. 17 Gr. 9 Pf. in bar, 13 W. 3 Seh. 2 M. Roggen, 15 W. 20 Seh. Hafer, 9 Ochsen, 52 Hammel, 167 1/2 Brote, 1 Zentner 72 Pf. Werg und 40 Fuder Heu.

1644

Ein Besitzerverzeichnis aus dem Jahre 1644 nennt folgende Namen: Peter Weimann, Adam Engell, Peter Westphal, Valtin und Peter Dibboldt, Tieß Gero, Gabriel Walter, Göris Friedrich, Peter Matthies, Peter Golze, Joachim Prigdt, Melchior Beator, Andreas Wessebergk, Hans Danewitz, Merten Jürgen, Hanß Schmidt, Peter Münchebergk, Balzer Gieße, Jürgen und Tieß Wingkelmann, Peter Schellgk, Valtin Habrecht, Hanß Schmedigke, Peter Bölligke und Berend Zerbst.
1652 Verzeichnis von 1652, in Klammern die Statistik von 1624
1668 1668 melden die Alten, „wie daß verschiedenen 26. Marty (März) allhier zu Beyersdorff in der Schmiede eine Feuersbrunst entstanden, welche dann allzusehr Überhand genommen, daß es 6 Untertanenhöfe mit ergriffen und an Häusern und Scheunen weder Stock noch Stiel bestehen bleiben ... dadurch wir zu bettelarmen Leuten geworden". Die betr. Besitzer Matthias Puhlmann, Matthieas Rosenthal, Andreas Laue, Michel Stöwe, Peter und Christoph Matthias, bitten nun um 6 Steuer- und abgabefreie Jahre, damit sie ihre Höfe wieder aufbauen könnten.
 1678 Nach dem Revisionsprotokoll von 1678 waren damals 13 Bauernhöfe bewohnt, sowie 5 Kossätenanwesen, alles übrige lag noch vom Kriege her wüste. Manche der Wirtschaften lagen seit 40 Jahren vollkommen wüst, wie das Protokoll feststellt, so daß also eine große Wiederaufbautätigkeit statthaben mußte. Die Dreifelderwirtschaft war vollkommen in Unordnung geraten, auf den Aeckern wuchs Brennholz.

1680

Anno 1680 den 2. April - lautet eine Notiz im Kirchenbuch - ist Martin Linte abgebrannt -. Und weil Hans Gobbin des Linten sein Schafvieh hat wollen retten, ist er vom Feuer überfallen worden, also daß er auch sein Leben hat müssen im Feuer lassen, so ist auch der Ochsenhirte Martin von dem Feuer dergestalt verbrannt worden, daß er auch den folgenden Tag gestorben ist.
1685 Martin Buckow ist Pachtmüller der Mühle 1685 Gottfried Wiemann, die Familie Möncheberg (Müncheberg) ist schon im 16. Jahrhundert im Besitze der Windmühle;
1687 Erst 1687 war alles soweit in Ordnung gebracht, daß man das Dorf als wieder im Stande bezeichnen konnte.
1690

Anno 1690 sein Einwohner zu Beyerstorf gewesen: Friedrich Meister -Pastor -, Christian Koppen der Küster

15Hüfner: George Hübner, Matthias Rosenthal, der Krüger (= der heutige Gasthof H. Kelch), Matth. Pulemann, Jürgen Schultze, Friedrich Schultze, Martin Linte, Christoffel Huwe, Matthias Huwe, Christoffel Brunckow, Christian Ambelang, Martin Krumbeck, Andreas Low, Andreas jun., Andreas Wegener, Jürgen Winckelmann.

7 Kossäten. Jacob Cobbin,   Hans Cobbin,  Martin  Brederich,  Michel Schultze,  Matthäus Hampe, Jürgen Hamann, Jacob Thunack, Hans Borgen- Schmied. Gottfried Wiemann- der Müller, Hans Bortmann- der Garnweber. Hans Windschmann- Leinweber.

1704 Im Jahre 1704 stellen die Biesenthalter Amtsakten fest, daß noch immer einige Aecker mit Fichten bewachsen seien. 15 Bauernhöfe und 7 Kossätensiedlungen sind besetzt, je 1 Bauern- und Kossätenhof liegen noch wüste. Die Aussaat auf eine Hufe beträgt 7 Seh. Roggen und 2 bis 3 Seh. Gerste. Dann wird zusammenfassend mitgeteilt: „Dienen die Woche 2 Tage oder anstatt der Dienste gibt der Bauer jährlich 10 Tlr., ein Kossät 5 Tlr. Bekämen täglich, wenn sie dienten, 2 Quart Bier und 2 Kuhlen Brot. Geben von der Hufe 1 Seh. Roggen und 4 Seh. Hafer. Geben Urbede, stehend. Dienstgeld, Pflege- und Salvegeld, Spandauer Hufenzins und die ganze Gemeine 6 Hühner. Hätten sonst monatlich 6 Gr. gegeben, geben jetzt 7 an den Amtmann in Biesenthal.102) Der Hirte gibt dem Bemauer Heidereuter 1 Hammel, der Schulze muß in die Wolfsjagd laufen." 17 Hüfner und 1 Müller sind am Orte
1705 1705 wurden in den Amtsakten 15 Bauernhöfe, 8 Kossäthen, der Windmüller, der Schmied, der Hirte mit dem Gesinde, 1 Hausmann und eine Mühle ist noch wüst angegeben.
 1712 Die Besitzer werden 1712 wie folgt aufgeführt: Georg Hübner Schulze, Peter Grote, Jürgen Schultze, Martin Dreger, Jacob Martin und Michel Kobbin, Martin Lindt, Michel Matties, Jochem Krumbeck, Christoph Brunckow, Christoph Matthes, Michel und Hans Huwe, Peter Koch, Peter Müncheberg, Baltzar Giese, Lorentz und Martin Hamann, Andreas Retz, Michel Wittstock, Christoph Giesdorf und Jürgen Winckelmann.
1712 Meister Mich. Becker; hat die Mühle
1715 Nach dem Lehnbrief vom 2.7.1715, für Valentin Ehrenreich von Roebel auf Ringenwalde bei Wriezen, zog dieser damals noch ein: 3 Schock Silberzins zu Wilmersdorf und Beiersdorf samt dem Zehnt auf 3 und 4 Höfen daselbst.
1720 Peter Stöwe hat die Mühle
1723  „Anno 1723, den 2. January, des Sonnabends in der Nacht um 10 Uhr entstand allhier eine sehr heftige Feuersbrunst, wodurch - weil die Leute im Dorfe alle im ersten Schlafe waren, die meisten Wirte aber auf der Großschönebeckerschen Schweinejagd sich befanden, und also in seinem Hause ohne des Predigers wegen anwesender Gäste auf den morgenden Tag zum Kindtaufen, jemand noch auf war, noch wachte, - in wenigen Stunden bei starkem Abendwind und Schneewetter 17 Wohnhäuser zusamt dem Krug und Schulzengericht auch Küsterei. Schmiede, nebst Scheunen und Ställen, zusammen über 42 Gebäude ohne vieles Vieh und Getreide, weil nichts gerettet werden konnte, in die Asche geleget worden. Das Feuer kam aus in des Kossäten Michel Kobins Haus aus vermutlicher Unachtsamtkeit bei dem Vieh- und Pferdefuttern."
1726 „Anno 1726 den 26/11. nachm. gegen 4 Uhr entstand aus Unvorsichtigkeit beim Darren im Kruge Feuer, welcher als erst neu erbauet, samt der Scheune, dem Hirten- auch Schneiderhause in die Asche geleget worden." Es handelte sich um den Vorgänger des jetzigen Gasthofes.
1728 Meister Christoph Lehmann hat die Mühle
1745 sind 17 Bauernhöfe, 8 Kossäthen und 1 Windmüller angegeben
1754 Erbmüller Joh. Möncheberg, dem sein Sohn Ludwig (f 1769) folgt hat die Mühle
1755 sind angegeben der Schulze mit 5 Hufen und 1 Pachthufen, 16 Vierhofräume, 8 Kossäthen mit je 1 Hufe, 2 Büdner, 1 Schmied, 3 Hausleute (1 Schneider).
1760

7. Oktober, notiert Pfarrer Bimer im Kirchenbuch, daß eine Partei Kosacken, ohnegefähr 15 Mann stark, in Beiersdorf eingefallen und nachdem sie den Schulzen Neubauer mit Schlägen übel traktiert, auch ins Pfarrhaus gekommen seien.

„Es war nicht genug, daß ich denselben 50 Tlr. zahlen mußte, sondern sie suchten hernach alle meine Spinden, Kästen und das ganze Haus durch und plünderten, was ihnen anstund. Und da sie von mir immer mehr Geld forderten, welches herbeizuschaffen ich nicht vermochte, so wurde von ihnen mit Schlägen übel traktiert, indem mich der eine bei dem Kopf zu vier unterschiedenen Malen zwischen seine Beine preßte und ein anderer kanschuete, auch die Kleider vom Leibe riß, Pistole und Degen vor die Brust setzte und zuletzt an die Erde schmiß.

Da sie nichts mehr erpressen konnten, so stiegen sie durch die Fenster, die sie einschlugen, in die Kirche, rissen das rote Altartuch ab und gingen mit dem selben und anderen geplünderten Sachen davon. Sie sind hernach noch zu dreien unterschiedenen Malen ins Dorf gekommen und haben geraubt und geplündert."

1775 17 Bauern, 8 Kossäthen und 9 Büdner, zusammen 219 Seelen sind am Orte, welcher 35 Wohngebäude hat.
1776

17 Bauernhöfe, 1 wüster Bauernhof, 1 Hirte mit Vieh und Knecht, 1 Wohnschmied, 1 Müller, insgesamt 78 Hufen wurden für Beiersdorf aufgeschrieben.

1785

Stöwe wird Prediger

1800 Samuel Müncheberg (t 1800) hat die Mühle
1801 Mühlenmeister Christoph Puhlmann hat die Mühle
1802

gibt es 1 Lehnschulzen, 16 Ganzbauern, 8 Ganzkossäthen, 4 Einlieger, 1 Schmiede, Krug, 2 Windmühlen, es werden 37 Feuerstellen angegeben.

1813 Am 17. Februar 1813 kamen der alten Handelsstraße folgend, in Richtung Werneuchen 2000 Franzosen, gefolgt von 80 Mann russischer Kosaken. Im Raum Freudenberg, Beiersdorf, Werneuchen kam es zu einem Gefecht, welches drei Tage dauerte. Die Kosaken mussten ausweichen. In aller Stille des Nachts verließen sie ihr Lager, welches bei Hirschfelde war, und zogen sich nach Strausberg zurück. Die Franzosen folgten ihnen am Tage und wurden sämtlich von den Russen zu Gefangenen gemacht.
1818
1822

Das Kirchenbuch berichtet: 1822 in der Mitternachtsstunde vom 28. zum 29. Juni entstand in dem Hause des hiesigen Lehnschulzen Hannemann eine Feuersbrunst, welche nicht nur seine sämtlichen Gebäude, sondern auch die des Kossäten Daniel Winkelmann, des Mühlenmeister Christoph Puhlmann, des Bauern Michael Krumbeck, des Bauern Martin Schulze, des Kossäten Joachim Bader und des Bauern und Eigentümers Wilh. Wernicke in Asche legte. Winkelmann konnte von dem Seinigen nichts retten als eine Kuh. Hannemann hat später ausgesagt, daß er heimlich Branntwein gebrannt und dies die Veranlassung zum Feuer gegeben habe, obgleich er in der Nacht der Feuersbrunst nicht zuhause gewesen sei."

1825 brennt die Puhlmannsche Mühle ab.
1827

Eine schwere Feuersbrunst - am 20/8. 1827 -, die im Gemeindeschafstall nachts 10 Uhr ausbrach, vernichtete Schafstall, Hirtenhaus und die ganzen Anwesen der Büdner Rauchstädt und Witwe Huwen. Es verbrannten dabei 150 Schafe und 1 Kuh.

Um jene Zeit entrichtete die Gemeinde Beiersdorf noch an das Amt Biesenthal: Dienstgeld 263,6 Tlr, Hufenpflege 1,17 Tlr, Hufenzins 3,16 Tlr, Grundzins 9 Tlr., Schmiedezins 1,12 Tlr., Brauziese 5,8 Tlr., Urbede 23,13 Tlr., Zehrgeld 16,4 Groschen, Salvegeld 1,17 Tlr., Hühnerzehnt 12,8 Gr., Spinngeld 3,3 Tlr., Fleischzehnt 5 Tlr. und an Natura

I   W. 121/2 Seh. Roggen, sowie 9 W. 22 Seh. Hafer. - Die 15 Lastbauem   mußten jeder jährlich 3 Getreidefuhren mit einer Ladung von je Vz Wispel nach Berlin leisten; außer dem war jeder Bauer verpflichtet, jährlich 2 Tage Forstdienste zu leisten und 2 Scheffel Kienäpfel abzuliefern. Die Kossäten waren entsprechend abgestuft.

1828

Die Hand- und Spanndienste, sowie die Naturalabgaben an Amt Biesenthal erfuhren 1828 bzw. 1834 grundlegende Aenderungen. Das Eigentum der Höfe datiert vom 1. Januar 1828. Der Rezeß über die Regulierung der Dienste der Lassiten stammt vom 6. Januar 1834. An Stelle der vorher genannten Leistungen wurde nunmehr eine jährliche feste Geldrente an das Amt Biesenthal bezahlt. Sie betrug für den Bauer 15 Tlr., 22 Gr. 1 Pf., für den Kossäten 7 Tlr. 17 Gr. 20 Pf.

Die Getreiderente betrug jährlich von jedem Bauern 1 Seh. 13 Metzen Pachtroggen, II   Seh.    11  Metzen Pachthafer, 51/2 Metzen Zehrhafer; von jedem Kossäten 1 Seh. 1 Metze Pachtroggen, 2 Seh. 15 Metzen Pachthafer, 11/3 Metze Zehrhafer, jedoch nicht in Natura, sondern als Geldabgabe, jedesmal zahlbar nach dem Martini-Marktpreis der Stadt Berlin. Die empfangene Hofwehr wurde von Bauern und Kossäten durch einmalige Geldzahlung von rund 57 bzw. 27 Talern abgegolten. Im Rentenbankverfahren wurden später auch diese Zahlungen dauernd abgelöst.

1830 wurde die Bockwindmühle gebaut.
1840 werden 36 Wohnhäuser gezählt.
1841 Die Aufhebung der Gemeinheiten und die Aufteilung der Ländereien unter sich beantragte die Dorfgemeinde bereits 1841. Sie wurde auf Grund der Knauert'schen Vermessung von 1842 in die Wege geleitet und durch den Separationsrezes vom 13. Mai 1850 zum Abschluß gebracht. Der Umfang der Dorffeldmark wurde auf 6218 Morgen 168 Quadratruten festgestellt und darauf folgender Verteilungsplan durchgeführt.
1842 wurde die Vermessung auf Grund der Knauertschen Vermessung in die Wege geleitet und durch den Separationsrezess vom 13. Mai 1850 zum Abschluß gebracht.
1850 Ergebnis der Separation: der Lehnschulze mit 418 Morgen, 7 Bauern mit Land zwischen 200 bis 300 Morgen, 8 Bauern mit Land von 127 bis 197 Morgen, 1 Halbbauer mit 148 Morgen, der Mühlenmeister mit 106 Morgen, die Pfarre mit 159 Morgen, die Kirche mit 228 Morgen, die Schule mit 3 Morgen Land; 8 Kossäthen, der Schmiedmeister und 4 Büdner.
1860 wurden 5 Wohnhäuser, 104 Wirtschaftsgebäude, 1 Getreidemühle und 6 öffentliche Gebäude angegeben.

1862

Der Rest des Landes - bis auf die Heideländereien, die erst durch die Speziaiseparation vom 9. August 1862 zur Verteilung kamen - wurde aufgeteilt unter die Kossäten Ernst Krüger, Daniel Winkelmann, Michael Neue, Witwe Winkelmann, Michael Krumbeck, Gottlieb Hamann, Martin Bader, Christian Wille, dem Schmiedemeister Krüger, die Büdner August Karbe, Ludwig Laue, Witwe Huwe geb. Giese und Witwe Huwe geb. Gebauer.

Zur Schafwäsche wurde der Teich im Mittelfeld, Krügers Kute genannt, bestimmt. Die beiden Hirtenhäuser verblieben im Besitz der Bauern und Kossäten.

1870 das Spritzenhaus wird gebaut.
 1871 Eine Zählung der Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam Kreis Oberbarnim ergibt für Beiersdorf 521 Einwohner davon 368 ortsgebunden, 60 Wohngebäude und 98 Haushalte.
1872

erschien im Ober-Barnimer Kreis-Anzeiger am 28. September in Wochenschau folgender Artikel: Beiersdorf, den 2. September 1872. Auch unser Dörfchen feierte den heutigen Tag als Gedenktag der großen und gewaltigen Ereignisse der glorreichen Jahre 1870/71 durch ein patriotisches Volksfest. Früh 8 Uhr zogen unsere Krieger, 19 an der Zahl, mit Musik zur Kirche, um mit der Gemeinde Gott dafür zu danken, daß er in schwerer Zeit mit uns war. Nachmittags 1 Uhr führten festlich gekleidete Kinder die 19 Krieger vom Festplatze aus zum Hause des Gerichtsmannes Herrn Bork, wo dieselben von den dort aufgestellten Jungfrauen des Dorfes durch ein Gedicht bewillkommend und mit Kränzen und seidenen Bändern geschmückt wurden. Von hieraus begab sich der Festzug, geführt durch die Dorfkapelle und bestehend aus den Kriegern, welchen die Jungfrauen vorangingen und die Väter des Ortes folgten, zum Schulzenamte. Es erfolgte die feierliche Uebergabe einer Fahne an die Krieger durch den Ortsvorsteher Herrn Fuhrmann, woran sich eine kurze und knappe Ansprache desselben über die Bedeutung des Tages schloß, die mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser und das deutsche Heer endigt. Der Festzug bewegte sich, nachdem auch der Ortsvorstand sich angeschlossen, vom Schulzenamte nach dem Pfarrhause, vor welchem der Herr Superintendent Gärtner nach einer einleitenden Rede ein Hoch auf das Kaiserliche Haus und auf das geeinigte Deutschland ausbrachte, in welches die Musik und die ganze Versammlung jubelnd einfiel. Vom Pfarrhause zog die jubelnde Menge zurück nach dem Festplatze, um noch eine längere Rede des Herrn Lehrers Hannke über die großen Thaten des deutschen Heeres und seiner Führer im letzten Kriege anzuhören. Den Schluß machte ein gemeinschaftliches Mittagsmahl, gewürzt durch Toaste auf die Heerführer, den Fürsten Bismarck und Abends ein froher Tanz. Letzterer dauerte bis zum Morgengrauen und wurde nur durch ein recht schönes vom Kaufmann Herrn Moritz in Freienwalde componirtes und vom Herrn Ortsvorsteher abgebranntes Feuerwerk unterbrochen.

1880 Im Jahre 1880 hatte der Blitz den Turm der Kirche getroffen und die Hälfte der Kugel der Vergoldung beraubt und die eiserne Stange der Turmspitze beschädigt. In der jetzt abgenommenen Kugel befanden sich mehrere Löcher, welche von Büchsenschüssen stammten. Der Maler Wagner aus Werneuchen hat die Kugel, die Fahne und die Krone neu vergoldet.
1881 Seit 1881 hatte Beiersdorf eine Postagentur. Zweimal des Tages ist durch ein „Postomnibus" Verbindung mit dem Bahnhof Bernau. Die Postagentur führte die Familie General, bei ihnen war auch das einzige Telefon des Ortes installiert. Landstraßen führten von Beiersdorf nach Schönfeld bzw. nach Werneuchen oder Bernau, ferner nach Freudenberg, Eberswalde und Freienwalde. Die Dorfaue wurde im Jahr zuvor Eigentum der Gemeinde, ebenfalls wurde ein neues Gemeindehaus erbaut.
1887 Am 1. April trat Lehrer Leue, geb. am 25. Oktober 1865, seinen Dienst an. An Schülern gab es 39 Knaben und 48 Mädchen, welche in drei Abteilungen unterrichtet wurden. Den weiblichen   Handarbeitsunterricht erteilte  Frl.   Minna  Leue, die  Schwester des Lehrers. Beiersdorf hatte nach der letzten Volkszählung 546 Einwohner.
1890 Am 16. Juii 1890 wurde die Turmkrönung durch den Schieferdecker Neumeister aus Charlottenburg abgenommen. In der Kugei befand sich eine Blechbüchse und in der selben 5 Stück Siibermünzen, nämiich 1 Pf. St., ein Pf. St., ein 4 Pf. St. und ein 21/2 Taler Stück mit der Jahreszahl 1738 und ein halb vergoldeter Volkskalender von 1847. In dem Jahre 1890 standen alle Feldfrüchte ausgezeichnet, aber am 13. Juli zog plötzlich ein schweres Gewitter herauf. Das Gewitter führte viel Sturm und Hagei mit. Die Felder wurden verhagelt und viele Bäume waren umgebrochen. Schulze war Ferdinand Bork, Gerichtsmann Johann Stärke (Kossät) und Karl Huwe (Büdner und Zimmerpolier), Kaufmann war Herr Zeidier. Weiter sind genannt: Büdner Christian Hermann, Bauer Johann Huwe, Tischlermeister Bork, Büdner Friedrich Döberitz, Kossät Ludwig Thüriing, Büdner Cari Fiedier, Halbbauer Ludwig Bräderick, Bauer Wilhelm Huwe, Büdner Friedrich Kuhnert, der Arbeiter Lindner, Büdner Kari Hamann. In dieser Zeit siedelte sich der Gastwirt Gustav Schönberg in Beiersdorf an.Weiterhin wurde vermerkt, es erfolgte die Anbringung des ersten Blitzableiters am Turm und die Ausführung des ganzen diesjährigen erfolgten Reparaturbaues der Kirche, dies ist dem Maurer- und Zimmermeister Conrat in Werneuchen übertragen worden.Pfarrer war zu der Zeit Rudolf Kornrumpf. Beiersdorf gehörte zur Amtsgemeinde Eberswalde.

1892

Pfarrer Rudolf Kornrumpf starb und wurde in Beiersdorf begraben. Reinh. Mar. Theodor Bindseil, vorher Botschaftsprediger in Lissabon trat seinen Dienst an. Die Preise betrugen z. B. für Kartoffeln pro Zentner 3 Mark, für Roggen 10 Mark, für Hafer 8 Mark pro Zentner.
1894 Am 7. August geht über die Höhendörfer des Barnim (Heckelberg, Freudenberg, Beiersdorf und Trampe) ein Hagelunwetter nieder, wobei Hagelstücke bis zur Größe eines Hühnereies fallen und großen Schaden anrichten.
1895 Bei einer Volkszählung in Beiersdorf wurden 579 Einwohner festgestellt.
1897

Am 15. Oktober wurde die Bahnstrecke Berlin - Werneuchen - Wriezen eröffnet. Die Bahn sollte über Beiersdorf führen, der Bahnhof sollte am Taschenberg sein. Die Bauern weigerten sich Land abzugeben, aus diesem Grunde verläuft die Bahnstrecke heute über Werftphul.

1900 Für Beiersdorf wurde eine Fläche von 1.561 ha angegeben und 82 Wohnhäuser.
1901 Pfarrer Bindseil ist gestorben und Pfarrer August Derfs trat sein Amt an. In der Schule wurde eine zweite Lehrerstelle eingerichtet.
1906 Pfarrer Hugo Triebler trat seinen Dienst in Beiersdorf an.
1910 Es begannen die Installationen kompletter elektrischer Beleuchtungsanlagen zum Anschluß an die Fernleitung des Märkischen Elektrizitätswerkes. Weiterhin bekam Beiersdorf vom Ministerium das erforderliche Land zum Bau der Chaussee nach Werftphul. (Schreiben 12. Juli 1910- Bericht 29.06.1910 - Fe 44448 -)
1912 Pumpanlage wurde gebaut. Sie dient dazu, daß bei starken Regenfällen das Überlaufen des Dorfteiches verhindert wird.Das Wasser aus dem Teich wird mitteis einer Pumpe in Richtung Mühle gepumpt. Von dort fließt es an der Werftphuler Straße in einen Graben. In der Senke läuft das Wasser durch eine Röhre in die Galgenpfuhle.
1913 Im Oktober wurde das Kriegerdenkmai in Beiersdorf feierlich eingeweiht. Dieses sollte für die Gefallenen der Kriege 1813/15, 1864 deutsch-dänischer Krieg und 1870/71 deutsch-französischer Krieg sein, später wurden auch die Gefallenen des 1. Weltkrieges dazu gesetzt, ob die Gefallenen des 2. Weitkrieges dort noch festgehalten wurden ist nicht bekannt.
 1914 Der Kaiser hatte die Mobilmachung befohlen. In Strausberg fanden Pferdemusterungen statt, wobei die Dörfer fast ein Drittel ihres Pferdebestandes verloren. In der Kirche wurden Bittgottesdienste gehalten und es fanden Kriegsbetstunden statt. Kantor Leue übernahm die Vertretung in der Schule Freudenberg, weil der Lehrer Szimber zu den Waffen gerufen wurde. Der Unterricht wurde reduziert. Die Kinder mußten vielfach in der Wirtschaft helfen, da es fühlbar an Arbeitskräften mangelte. Es wurden Brotkarten, Fieischkarten, Fettkarten, Seifenkarten und Zuckerkarten eingeführt. Später wurde dann noch eine Rationalisierung der Lebensmittelkarten vorgenommen.
1916 Während des Winters 1916/17 und des Sommers 1917 kamen viele Leute aus Groß-Berlin aufs Land um Lebensmittel aufzukaufen. Für einen Zentner Kartoffeln wurden bis 40 Mark, für ein Pfund Butter 15 Mark und für ein Ei 50 Pfennige bezahlt.
1917 Nun wurden auch Kleiderstoffe, Wäschestoffe und Stiefel nur noch gegen Bezugsscheine ausgegeben.
1918

Das „stolze Heer wurde demobilisiert. Gewehre, Kanonen, Schiffe, Eisenbahngeräte, Lokomotiven und Wagen usw. mußte an die Feinde abgeführt werden, ehe diese in den Waffenstillstand eintraten. Beiersdorf hatte viele gute Männer verloren. Es war Frieden, die Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung wurden ausgeschrieben.

 Gefallene des 1. Weltkrieges 1914 bis 1918

 Unteroff. Richard Bork- vermisst, Unterof. Gustav Tieke- gefallen, Gefr. Wilhelm Klemund, Gefr. Otto Hamann, Gefr. Hermann Huwe,Gefr. Erich Fiedler, G. Jag. Fritz Goldmann, Res.  Rudolf Böttcher, Gren. Hermann Krumbeck, Musk. Otto Tieke, Musk. Wilhelm Krüger, Musk. Adolf Bork- gestorben

1919

Im Januar wurde gewählt. Es  hatten   Kandidaten  aufgestellt:   die   Deutschnationale Volkspartei,   die   Deutsche Demokratische Partei und die Mehrheitssozialisten. Unter wechselnden Aufregungen, hervorgerufen durch die Spartakistenaufstände in Berlin verging das Jahr, auch in Beiersdorf und Freudenberg kam es zu politischen Auseinandersetzungen. Die Zugverbindungen nach Berlin wurde mehrmals eingestellt. Frauen bekamen in diesem Jahr erstmals das aktive und passive Wahlrecht. Am 28. Juni wurde der Versailler Vertrag unterschrieben und damit formell der 1. Weltkrieg beendet. Trotz aller politischen Ereignisse und Entbehrungen feierten die, Beiersdorfer am 27. Februar einen großen Fasching in Schönbergs Gaststätte, man wollte wieder zum normalen Leben zurück kehren.

1920 Anlässlich des Kapp-Putsches wurde die Eisenbahnverbindung nach Berlin für mehrere Tage stillgelegt. Die letzten Krieger kehrten aus der Gefangenschaft heim.

1921

Lehrer Willi Sprockhoff trat seinen Schuldienst in Beiersdorf an. Er war ein sehr beliebter Lehrer.
1923 Während des ersten Weltkrieges setzte infolge der Kredite mit denen dieser finanziert wurde die erste Inflation ein. Kriegsfolgelasten wie die Unterstützung von ehemaligen Soldaten, Arbeitslosen, Flüchtlingen und Verwundeten, aber auch Reparationszahlungen an die Siegermächte belasteten den Haushalt der Weimarer Republik. Die Wucht der Inflation machen folgende Zahlen deutlich. bei Kriegsende kostete ein Dollar 14 Mark, im Januar 1922 191 Mark, am 8. Februar war ein Dollar 33 550 Mark wert, um schließlich im November 1923 auf den schwindelerregenden Preis von einer Billion Mark anzusteigen. Zum Beispiel kostete am 15. August 1923:1 Zentner Roggen  -     5.000.000 Mark,1  Brot (3 Pfund) -     200.000 Mark, 1  Ei -     70.000 Mark,1  Pfund Butter   -     1.500.000 Mark,1  Kuh      -     500.000.000 Mark, Im November wurde mit der Rentenmark die Inflation endlich bezwungen.
1924 Die Freiwillige Feuerwehr wurde mit Gründung eines Vereins offiziell ins Leben gerufen. Bekannte Wehrleiter seit ca. 1924: Rudolf Metzkow , Wilhelm Huwe†, Ewald Jaeckel , Willi Schulze, Heinz Prütz, Werner Marx, Fred Borngräber†, Werner Lange,  Gerhard Stief, Reinhold Raschke
1925 Lehrer Christian Leue trat auf Genehmigung der Preußischen Regierung in den Ruhestand, sein Nachfolger war Lehrer Sprockhoff. Er rief eine Fortbildungsschule ins Leben. Nach mündlichen Aussagen hatte Beiersdorf viele Handwerksbetriebe.
1927

Im Kreiskalender wurde für Beiersdorf angezeigt: 410   Einwohner,   Bahnstation   Werftphul,   Amtsgericht   Eberswalde,   Standesamt   in Beiersdorf, zuständige Landjägerei Krull (Weesow) und Kramer (Werneuchen), Fleisch- und Trichinenbeschauer Krumbeck (Beiersdorf), Gemeindevorsteher Herr Metzkow aus Beiersdorf. Weiterhin wurde bei Schönbergs die Hochzeit von Dorothea Schönberg groß gefeiert

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Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014