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Hirschfelde ist ein typisches märkisches Angerdorf auf sehr altem Siedlungsgebiet. Aus dieser Zeit zeugt heute die mittelalterliche märkische Dorfkirche (Chorquadratkirche mit Turm), die dem 13. Jahrhundert zugerechnet wird.
Der Ursprung des Namens geht ebenfalls in diese Zeit zurück und hat sich seitdem mehrmals geändert. 1268, 1279 wird der Ort als HERESFELDE, 1375 als HERSVELDE (Landbuch S. 70 und 128) , 1450 als HERßFELDE (Schossregister S.51) und 1549 als HIRßFELDE (Rep. 78, Kopiea Nr. 32, Fol 282) geschrieben.

Besitzer des Ortes war das Kloster Zinna (erste urkundliche Erwähnung von Hirschfelde 1268, von Mönchen gegründet). Das Kloster litt schwer unter den Unbilden der Quitzowzeit, unterhielt dann aber von Anfang an sehr gute Beziehungen zu den Hohenzollernschen Markgrafen. Dies trug dazu bei, daß die nach dem Landbuch von 1375 noch vielfach in Händen des Adels befindliche "Gerechtsame" auf die Bede und Dienstleistungen bis auf geringe Reste in die Hände des Klosters kamen. Im Bereich seiner beiden grundherrschaftlichen Bezirke im Lande Jüterbog und im Barnim, übte das Kloster selbstständig die Gerichts- und Polizeihoheit aus. Das Klostergut im Barnim erstreckte sich von Straußberg bis nach Löcknitz. Darunter die Volldörfer Altena, Hennickendorf, Herzfelde, Hirschfelde (zu Lehen ausgetan) usw. 1450 geht der Besitz (zu Lehen?) auf die Ritter von Krummensee über.  Doch aus Urkunden des Klosters wird uns 1480 die Nutzung des Waldes für die Bienenzucht bekannt. Die "Bienenausbeuten" aus den Barnimer Besitzungen (mittlerweile ohne Hirschfelde), werden mit 2 Tonnen angegeben. Aus den Visitationsprotokollen ergeben sich zu Ende des 15. Jahrhunderts auf ein typisches Barnimdorf durchschnittlich 13 Bauern und 8 Kossäten.


Verzeichnis von 4. April 1652


Doch der Stern der von Krummensees, der lange Zeit die Geschichte der ganzen Umgebung prägte, war im erlöschen begriffen und 1586 werden von ihnen Hirschfelde (auch Krummensee und Wegendorf), wegen Verschuldung für 30.000 Taler wieder verkauft. So erwarb in diesem Zuge die Familie von Röbel in dem Ort, wie auch in mehreren Nachbarorten mehrere Bauernhöfe. Diese legten schließlich den Grundstein für das 1586 entstehende Rittergut.
Die Einwohner von Herßfelde sollen 1614 tertiam zu den Pfarr- und Küstergebäuden in Wegendorf ( Wegendorff) gegeben haben. Das lässt darauf schließen, daß Wegendorf in dieser Zeit die Mutterkirche stellte. 1753 kommt Hirschfelde in den Besitz des geheimen Etats- und Justizministers Levin Friedrich von Bismarck (1703 - 1774). Unter ihm soll das bescheidenen Gutshaus errichtet worden sein. Nach dem Tod von L.F. von Bismarck erbte sein Sohn, August Wilhelm von Bismarck, bekannt als Geheimer Staats-, Kriegs- und dirigierender Minister , zugleich Chef des Akzise-, Zoll-, Handels- und Fabrikwesens in Preußen das Anwesen. Er starb 1783 und wurde in Hirschfelde beigesetzt.
Von 1765 bis 1793 war der aus der Niederlausitz stammende so genannte "Zopfprediger" Johann Heinrich Schulz, Prediger zu Hirschfelde (auch in Gielsdorf und Wilkendorf). Seit Friedrich Wilhelm I. war unter dem Adel und den Bürgern das Tragen eines Zopfes in Mode gekommen, der die Allongeperücke ersetzte. Die Pfarrer hielten aber weiter an den Perücken aus schwarzem Bockshaar fest. Doch Schulz trug entgegen diesen allgemeinen pastoralen Gepflogenheiten seit 1776 sein Haar zum Zopf gebunden. In systematischer Form legte er in seinem Werk "Philosophische Betrachtung über Theologie und Religion...), Leipzig 1784 seine Auffassungen nieder. In einem folgenden Religionsprozesses wurde Schulz 1793 seines Amtes als Prediger enthoben.
1815 ging das Bismark`sche Lehn, nach Allodification in den Besitz der Familie von Friedrich Wilhelm Karl von Kröcher, Landrat und Landesdirektor der Altmark das Gut, der es 1846 an die bürgerliche Familie Schmidt aus Prädikow verkaufte. Um 1852 ließ Otto Heinrich Paul von Schmidt das Gutshaus modernisieren. Unter ihm entstanden große Stallungen, Scheunen und eine Brennerei. Das Rittergut Hirschfelde entwickelte sich zu einem modernen ertragreichen Landwirtschaftsbetrieb. Hirschfelde umfasste damals ein Areal von 4500 Morgen, davon 2500 Morgen Acker und 2000 Morgen Wald waren.
 

Der Münzfund von Lassig ; Der Fund von Hirschfelde.1899, (Zeitschrift fr Numismatik (1902), p. 222, pl. I-III
In diese Zeit fällt der Fund eines bedeutenden Münzschatzes auf dem Gelände des Rittergutes. Darunter der Einzige jetzt im Berliner Münzkabinett aufbewahrte Schlüsselpfennig.
Auch ein in unserer Region sehr seltener so gennannter Barren war im Fund erhalten. Die abgeschlagene Hälfte eines so genannten Gußkönigs von 82,5 gramm.


1840 bestand Hirschfelde aus dem Dorf mit insgesamt 21 Wohnhäusern und 200 Einwohnern und dem Rittergut .




Zu Kriegsende wurde Hirschfelde von seinen Einwohnern vor der herannahenden sowjetischen Armee verlassen
Man war darauf vorbereitet gewesen und schon Tage zuvor hatten die Bauern ihre Wagen mit dem Notwendigsten
und Wichtigsten beladen und abfahrbereit abgestellt.



Hirschfelde Chaussehaus an der Straße Werneuchen-Bad Freienwalde. Eingeschossiger Putzbau um 1825/30 in Art der von Schinkel entworfenen Chaussehäuser. Vierachsig mit Putzquaderung, die mittleren zwei Achsen zur Straße


1909 hat Hirschfelde 186 Einwohner, von denen 97 männlich waren (Gemeindelexikon, Berlin undProvinz Brandenburg,1909)
Frau Müller-Sybel hat als Tochter des langjährigen Gutsverwalter Sybel bis 1945 in Hirschfelde gewohnt. Sie kann sich lebhaft an einzelne Details des Parks erinnern. Ein Plan vom Zustand des Parks im Jahre 1947 findet sich im BLHA, Abt. Barnim, Rep. 208, Nr. 1216, Hirschfelde, BL.10

1914 gab es auf dem Rittergut 9 Schweine, 59 Pferde, 136 Kühe und 1000 Schafe.
Besonders stolz war Arnhold auf die Herstellung aseptischer Milch.
So waren die Kühe "in einem besonders hergerichteten Raum untergebracht, der mit Kacheln ausgelegt sei, damit die Auswurfstoffe leicvht und vollständig beseitigt werden könnten. In einem benachbarten Raum, der ebenfalls peinlich sauber hergerichtet war, wurden die Kühe vor dem Melken gebadet und gewaschen. In einem dritten Raum wurden die Kühe gemelkt, wobei mit der peinlichsten Saubeekeit verfahren wurde. Die so gewonnenene Milch wurde in einem vierten Raum in Flaschen gefüllt und gekühlt. Abnehmer der Erzeugnisse des Rittergutes waren das benachbarte Johannaheim. Gelegentlich ließen sich die Arnholds auch etwas nach Berlin bringen.
Am 12.1.1911 fand eine grosse Rotwiljagd statt, zu der Arnhold besondere Gäste eingeladen hatte.

Seine Geschwister waren Max (geb. 1845), Felix (geb. 1846) und Ida (1847), Margarethe (1856), Georg (geb. 1859) Anna (geb. 1862) und Gustav (geb. 1865)
 

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014