Startseite / Aufwärts / Neue Seiten / Impressum / Über uns / Danksagung


Startseite
Aufwärts

 

Schönfeld ist nicht 675 Jahre, sondern 695 Jahre alt und kann 2015 sein 700-jähriges Bestehen feiern.
Die Urkunde aus dem Jahr 1315 befindet sich abgedruckt im großen Urkundenwerk von Riedel und hat folgenden Inhalt: Nach dem lateinischen Text trafen sich am 15. Juni 1315 die Ratsmänner von Bernau und Strausberg in Werneuchen (weil es auf halben Weg zwischen beiden Städten lag) um sich urkundlich zu vergleichen, ihren Zoll gemeinschaftlich zu verpachten, dem Zöllner eine neue Zollordnung zu geben usw. Es heißt, die Städte Bernau und Strausberg hätten sich verglichen, den Zoll beider Städte unter folgenden Bedingungen zu verpachten. Die Geldabgaben auf das Getränk "mercipotus" (Wein), so wie die Städtepfennige (denarios locatos), die in den jährlichen Jahrmärkten beider Städte gegeben werden müssen, sollen nun zum Nutzen derselben auf gleiche Weise erhoben werden.
Diese Verpachtung wird so angeordnet, dass, wenn Bernau oder Strausberg aus dieser Vereinbarung eine Anfeindung oder ein Hindernis entstehen sollte, eine Stadt der anderen mit Rat und Hilfe, sowohl mit Sachen als auch leiblich, beistehen soll, in der Art, dass und bis die in Anfeindung gefallene Stadt, nachdem sie die andere benachrichtigt hat, jener Anfeindung gänzlich enthoben sei“.
 
1315 1315, Bei der in Warnow (Werneuchen) ausgestellten Urkunde geht es um Zollvereinbarungen zwischen Struceberch (Strausberg) und (Barnow) Bernau. Unter den Zeugen wird ein iohannes de sconevelde genannt.


Die inhaltliche Erklärung dieser Urkunde hat einige Schwierigkeiten, denn fast scheint die gegenseitige Versicherung einer gegenseitigen (militärischen) Hilfsleistung die ganze Hauptsache zu sein und die vorausgehende Übereinkunft nur als ein Grund hierfür zu dienen.
Zur Beglaubigung der Urkunde wurden wie üblich die Ratsmänner beider Städte namentlich aufgeführt. Weil es zu dieser Zeit noch keine Familiennamen gab, wurden den Namen die Herkunftsorte oder Titel angefügt. Es sind die Ratsmänner aus der Stadt Bernau (consules ciuitatis barnowe): theod. ukerow, johannes theolonarius, Johannes de sconevelde, jacobus de pranden, nycolaus egidy, wilhelmus de pole iunior, johannes de sconevelde, hynricus papa.
Gleich zwei Mal also wird ein Johannes aus Schönfeld genannt. Einmal an dritter Stelle und an siebenter Stelle in der Reihenfolge der Zeugen.
(Das kann auf einen Fehler zurückzuführen sein. Der Schreiber hatte den Johannes aus Schönfeld aus Versehen noch ein zweites Mal aufgeschrieben.)
Die Urkunde ist in Werneuchen ausgestellt worden. An der Urkunde hingen die Stadtsiegel von Bernau und Strausberg. Aufgrund der geographischen Nähe der Orte Barnow (Bernau), Warnow (Werneuchen), Struceberch (Strausberg) und dem Johannes de Sconevelde muss diese urkundliche Nennung wissenschaftlich Schönfeld zugeordnet werden. Eine Jahreszahl einer Ersterwähnung oder auch eines anderen Ereignisses, das sich als falsch erwiesen hat muß korrigiert werden, auch wenn bereits traditionsbildende Jubiläumsfeiern begangen wurden. Es ist grundsätzlich erlaubt zu jedem Zeitpunkt zu feiern, den man historisch begründen kann, aber es muß klar gestellt sein, auf welches Ereignis sich das Jubiläum bezieht.
Nach der bisherigenj Ortschronik erfolgte lediglich nach dem Historischem Ortslexikon Brandenburg von Böhlhausen für 1315 unter Johannes de Sconevelde. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte weiter erst in Verbindung mit dem Kloster Chorin und zwar in der von dem Bischof Ludwig von Brandenburg unter 10. Januar 1335 ausgestellten lateinischen Urkunde, durch die er die Klosterbrüder der Zehnthebung in allen Besitzungen des Klosters versichert. Beides ist falsch. Urkundlich wird Schönfeld am 15. Juni 1315 zum ersten Mal erwähnt und mit der Urkunde aus dem Jahr 1335 zum zweiten Mal.
Unter allen Ereignissen steht die Ersterwähnung eines Ortes an erster Stelle. Ein Ortsjubiläum sollte für die Verantwortlichen immer Anlass zu einem ernsthaften Bemühen um die Klärung der historischen Ursprünge des Ortes und seiner weiteren Geschichte sein.Umso genauer dieses Bemühen sein wird, desto höher werden sich die Bewohner mit ihrem Ort und dessen Geschichte identifizieren können.
Deshalb wird Schönfeld nun mit Stolz sein 695-jähriges Bestehen feiern können. Auch Werneuchen verdankt sein nun 763-jähriges Bestehen einem Johannes de Warnowe, der in einer Urkunde von 1247 auftaucht.
 

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


© www.heimatheft.de Senden Sie ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: M.Kuban@gmx.de 
Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014