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Die Ortschronik von Seefeld

Die Gemeinde Seefeld bestand in den 30-ziger Jahren aus den Einzelgemeinden Seefeld, Löhme und Krummensee mit dem Pfarrsitz in Seefeld. Sie umfasste im Jahr 1927:1250 Einwohner (Seefeld:560, Löhme:350 und Krummensee:350) und gehörte politisch zum Amt Löhme.

Das Angerdorf Seefeld ist eine frühe deutsche Gründung aus der askanischen Siedlungsperiode des Barnim in der Mitte des 11. Jahrhunderts. Zum ersten Male urkundlich erwähnt wurde Seefeld 1375 im Landbuch Karl IV als "Sefelt". Danach gehörten zum Dorf Seefeld 60 Hufen Land, wovon 13 Hufen zu zwei Rittergütern gehörten.

Seit Beginn des 15. Jahrhunderts saßen die von Krummensee in Seefeld. 1624 hat Seefeld 14 Hüfner, 3 Kossäten, 1 Hirte, 1 Schmied, Hirtenknecht.)

Im 30-jährigen Krieg wurde der Ort von den üblen Gesamtzuständen in der Mark Brandenburg mitbetroffen.

Krummensee wurde 1648 Tochtergemeinde von Seefeld, wurde vorher als "Vagans", dann von Werneuchen, "Landsberg" und danach von "Hoeno" curiret. In den ersten Jahren nach dem 30-jährigen Krieg scheint die Gesamtpfarre von Krummensee aus verwaltet worden zu sein. (Von einem wüsten Pfarrhof spricht noch eine kgl. Urkunde vom 9. Januar 1755).

Bei einer Bestandsaufnahme 1652, meldete der Landreiter: "Seefelde (-feld) Joachim von Crummensehen Creditoren. Wohnt der Priester und Küster, auch der Schmied allein darin, ist kein Bauer, auch kein Cossat.

1663 erwarb den Ort der Graf von Schwerin, der eine Meierei anlegen ließ. 40 Jahre später verkaufte er Seefeld an den König.

Im 18. Jahrhundert besserte sich die wirtschaftliche Lage des Ortes. Eine Ursache hierfür war der Verlauf der Handelsstraße von Berlin über Werneuchen nach Freienwalde, welche durch den Ort führte. Mit der Eröffnung der Eisenbahnstation an der Berlin-Wriezener Bahn im Jahre 1898 veränderte sich auch in Seefeld die Zusammensetzung der Bevölkerung. Neben Bahnangestellten siedelten sich nun auch in Berlin Arbeitende im Ort an.

Die Frauenhilfe Löhme, im Krieg begründet, ist am 8.2. 1927 unter Vorsitz der Amtsrätin Schmidt, die auch ihre Wohnung dafür zur verfügung stellte, neu entstanden. Im Anschluss an vorjährige Vorarbeiten bestanden Frauenhilfen in Seefeld seit 30.1.1927, in Krummensee seit 6.2.1927. In Krummensee wurde sie damals unter Vorsitz von Frau Damm gerade rechtzeitig genug begründet, um ein weiteres Abwandern von Mitgliedern in die "eine Stunde entfernte Frauenhilfe von Altlandsberg zu verhindern". Die Jungmädchenchöre überlegten, ob sie sich den Frauenhilfen körperschaftlich (aber unter Wahrung ihrer Selbstständigkeit) anschließen sollten.
In Seefeld existierte 1927 ein Völkerballklub, der aus einer außerkirchlichen Vereinigung von jungen Mädchen der Gemeinde und "im Wesentlichen aus Besitzertöchtern" stammte.
Starken Besuch fand in allen 3 Gemeinden das vom Pfarrer verfasste und im Kranzverlag erschienende Krippenspiel, das die Chöre von Löhme und Seefeld zu Weihnachten 1925 aufführten. Ebenso die Aufführung des Luther-Käthe-Spiels zu Ostern 1926 als Konfirmations-Nachfeier.
Am Konfirmationsabend selbst konnte der damalige Pfarrer keine Geldsammlung zu einer gemeinsamen Nachfeier einsammeln, weil seit 1922 eigene Familienfeiern üblich geworden waren, die mit Tanzvergnügen verbunden waren.
Mit dieser Sinnesart und der Bevorzugung der Sonnabende für Festlichkeiten feierte der Männergesangsverein "Humor" sein Herbstvergnügen 1925 am Sonntag den 20. September (zur Anerkennung des damaligen Pfarrers).
Etwas besonderes war der Altar- und Kirchenschmuck, der seit Sommer 1925 regelmäßig vom General-Superimtendenten ausgelegt wurde. Im Sommer, der warmen Jahreszeit bestand dieser aus Blumen und in der kälteren Jahreszeit aus Lichtern. Selbst zufällig in die Kirche Eintretende sollen ihrem Erstaunen oft offen Ausdruck gegeben haben. Die Blumen wanderten dann durch Kinderhand zu Einsamen oder Kranken. Auch die Kronenleuchterlichter waren Danksagungen und wurden gestiftet.
Am 5. September 1926 und am 27. Januar 1927 fanden zu ersten mal im Gemeindekirchenkreis Kirchenmusikkonzerte statt. In Krummensee und Löhme, wo es keine Orgeln gab fanden Familienabende mit Lichtbildern von getätigten Reisen des Seefelder Pfarrers statt.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges brach auch für Seefeld eine neue Zeit an.
In den sechziger Jahren wurden das Großtanklager und in diesem Zusammenhang zwei Wohnblöcke mit 200 Wohnungseinheiten, die Schule und ein Kindergarten errichtet.
1992 wurde mit dem ersten Spatenstich ein ca. 35 Hektar umfassendes Gewerbegebiet begonnen. 1999 ist dieses Gebiet als Misch- und Gewerbegebiet fast vollständig ausgelastet. Die Entwicklung der Gemeinde ist darauf gerichtet, die gemischte Nutzungsstruktur, bestehend aus Wohnflächen, Standort für Landwirtschaft und Gewerbe, sowie punktuelle Naherholungsangebote auszubauen. Besonders den letzten Punkt betreffend, wurde mit dem 1. Januar 1999 die Gemeinde Löhme in Seefeld eingegliedert.

 

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014