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Die Kirche

Der älteste Teil des Dorfes ist der Anger mit der Kirche, der alten Schule und der ehemaligen Schmiede. Die Dorfkirche, ein spätgotischer rechteckiger Feldsteinbau mit Westturm, wurde um 1500 erbaut. Sie ist von einer Feldsteinmauer umgeben.

Die Kirche liegt inmitten des alten Dorfangers, umgeben vom Friedhof. Sie ist ein Rechtecksaal mit Turm und kann wohl dem ausgehenden 15. oder beginnenden 16. Jahrhundert zugeordnet werden. Die erhaltene mittelalterliche Glocke entstand 1530; damals wird das Kirchengebäude bereits vollendet gewesen sein. Der Westquerturm, der mit einem hohen Walmdach abgeschlossen wird, ähnelt dem von Löhme.

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1908/10) erfuhr die Kirche grundlegende bauliche Veränderungen. Das Kircheninnere erhielt eine segmentbogige bemalte Holztonne und eine Westempore, die von Pfeilern gestützt wird.

Der hölzerne Altar, geschmückt von einem Kreuz, datiert aus neuerer Zeit. Die drei Chorfenster in der Ostwand des Altarraumes haben

Glasmalereien im Jugendstil, die in den Jahren 1908/10 entstanden sind. Zur gleichen Zeit wurde die hölzerne polygone Kanzel mit ihren bemalten Brüstungsfeldern erbaut. Die Sandsteintaufe in Form eines Pokals datiert aus dem Jahre 1597. Die Orgel auf der Westempore, deren Brüstung vorgelagert ist, entstand im Jahre 1892.

1657 wurde Krummensee für einige Jahre Einzelpfarre und mit aus Altlandsberg scheidenden Pfarrern besetzt. 1756 wurden Seefeld und Krummensee auch politisch vom Amt Altlandsberg gelöst und zu Löhme geschlagen, wodurch dieses Amt einen großen Umfang erhielt.

Zu Seefeld gehörte kirchlich bis 1627 und ab 1789 gänzlich das Dorf Löhme. Später kam es dann einmal zur Pfarre Weesow.
Der Pfarrer in Seefeld kam im Jahr 1927 in einer Einschätzung zu dem Schluss, dass aus diesen wiederholten Trennen und Zusammenlegen, unter Berücksichtigung der bäuerlichen Psychologie wohl bestehende Reibungen und Rivalitäten unter den Gemeinden bestehen und sich diese nicht als Einheit sehen.
Die Kirche von Seefeld ist nach einer Aktennotiz "die schönste, größte und lichteste Kirche unter allen Amtskirchen, von lauter gehauenen Feldsteinen ganz massiv erbaut, und stehet nach dem Steine, außen auf der Mitternachtsseite, auf welchem die Jahrzahl 1075 eingehauen" ist, nunmehr 935 Jahre.
Alte Matrikel bestanden noch 1927 aus dem Jahr 1574,von Krummensee aus den Jahren 1574 und 1600. Das älteste Kirchenbuch ist in seiner Anlage wohl durch die zweite Matrikelaufnahme veranlasst. Es beginnt in Seefeld mit 1601 und ist mit einem Evangelienbuch von 1609, dieses einbettend, in einen Schweinslederband gebunden. Das älteste Kirchenbuch von Krummensee beginnt kurz vor 1648.
Der älteste , mit Namen bekannte Pfarrer, Erasmus Neuendorf, 1574-1600 im Amt, unterschrieb 1583 die Konkordienformel. Von 1674-1761, nahezu ein Jahrhundert lang, waren hier nur drei Pfarrer, Vater und Sohn und Enkel namens Suchland oder Sückeland im Amt.

Seefeld hatte 1873: 46 Schüler

Eine wesentliche Veränderung trug in die seelische Verfassung der Gemeinde die Eröffnung der Bahn Berlin-Wriezen am 1.5.1898 bei. Es schien dem Pfarrer als "ob der Gifthauch der Grosstadt seinen Atem über die von der Bahn berrührten orte ergoss". So spürbar wurde seitdem "der Unterschied der Kirchlichkeit und Sittenbildung zwischen Seefeld und seinen Außengemeinden". Seitdem rissen die "Klagen über mangelnden Kirchenbesuch, den auch die Kirchenheizung nicht zu heben vermochte" (die wenig später auch an einem zerplatzten Kessel wieder eingegangen war) in der Kirchenchronik von Seefeld nicht mehr ab.
Eine vom damaligen Pfarrer geführte Statistik des Kirchenbesuchs ergab:
An sog. gewöhnlichen Sonntagen kamen zur Kirche im Jahr 1926 einschließlich der Jugendlichen: in Löhme 22,88 = 6%, in Seefeld 20,29 = 3,6% und in Krummensee 15,05 =4,3 %.An Festtagen oder -zeiten (z.B. Volkstrauertag) in Löhme 77,83 = 23%, in Seefeld 69,46 =12,4% und in Krummensee 73,58 =21%. Zum Jugendgottesdienst kamen in Löhme 20,66=6%, in Seefeld 26,2=4,6% und in Krummensee 19=5,4%.
Pfarrer Barthold nennt für 1913 an seinen Stichtagen: Sonntag Rogate 62 Erwachsene (+30 Kinder) = 5,1%, Himmelfahrt 162 Erwachsene (50Kinder) = 16% beides in den Gottesdiensten der Gesamtgemeinde. Dazu ist zu bemerken: Pfarrer Barthold hielt an zwei Sonntagen hintereinander je drei Gottesdienste.
Vor 1927 kam man wieder zu der älteren Ordnung zurück, wonach 3 Gottesdienste an den Festtagen, im übrigen an jedem Sonntag abwechselnd zwei gehalten wurden. Gemäß wiederholten Vorschlägen in damaligen kirchlichen Zeitschriften wurden davon in jedem Monat je einer zur Zeit des Erwachsenen-Gottesdienstes als ein Jugendgottesdienst (durchschnittlich gut besucht), zusammen also derer 3 im Monat gehalten. Jugendgottesdienst hieß er, weil auch konfirmierte kamen und antworteten. Erwachsene waren dazu durch wiederholte Ankündigungen auch eingeladen worden und kamen auch, so z.B. an einem Stichtag 1926 in Löhme neben 29 Jugendlichen 5 Erwachsene und in Seefeld an gleichem Tag 10 Jugendliche und 1 Erwachsener.
Bibelstunden wurden seit November 1925 ohne Unterbrechung gehalten. Ein Stamm von Teilnehmern blieb auch den Sommer 1926 bei einer Durchschnittsbeteiligung von 6-14 Personen ständig treu. Dazu kamen ab des Winterhalbjahres 1925/26 auch Löhmesche Teilnehmer regelmäßig. Unter dem Vorgänger fanden sie von November bis zur Passionszeit (da mit stärkerer Beteiligung) statt.
Als der damalige Pfarrer im Mai 1925 sein Amt antrat gründete er einen kirchlichen Jungmädchenchor in Seefeld. Bald danach entstand auch in Löhme ein Jungmädchenchor unter Leitung von Frau Amtssekretärin Schmidt. Ab Ostern 1926 wurde er auch in Krummensee gegründet und war 1927 unter der Leitung von Organist Bischoff.
Der Chor bestand vornehmlich aus schon damals so genannten "Besitzertöchtern". Einige hielten sich vom Chor später fern, doch standen die Anderen um so treuer dazu.
Ein Männergesangsverein "Humor" bestand in den 30ziger Jahren und sang gelegentlich z.B. beim Volkstrauertag 1926 auch in der Kirche und ebenso beim Begräbnis von Mitgliedern.

 

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014