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Die Schule

In der Mitte des Dorfes liegt das große Grundstück der Dorfstraße 31 mit der alten Kirche, dem Friedhof und dem ehemaligen Schulgebäude des Ortes. Dem heutigen Schulgebäude aus massiven Naturstein- und roten Ziegeln musste um 1872 ein altes kleines Lehmfachwerkhaus mit Stroheindeckung weichen. Mit diesem neuen massiven Schulgebäude, mit mehreren Räumen und großen Fenstern, verfügte der Ort also über eine moderne und der Größe des Ortes entsprechende Schule. Die Küster und Pfarrer der Kirche in Weesow stellten damals, wie überall üblich, auch die Lehrer im Ort . Seit 1770 sind uns die Küsterschullehrer dokumentiert. Von 1708 bis 1744, also 36 Jahre lang unterrichtete Küster Christian Pietsch die Weesower Kinder. Nach ihm übernahm ab 1744 für 9 Jahre der Küster Schmidt die Lehrerstelle. Um 1753 löste ihn Meister Johannes Lorenz Klockow ab. Meister Klockow unterrichtete bis zum Jahre 1797, ging in den Ruhestand und starb am 2.7.1792 als Küster em. im Alter von 66 Jahren. Abgelöst hatte ihn im Jahre 1779 der Lehrer Johannes Christian Bienicke aus Mittenwalde, den wir im weiteren Senior nennen. (Sieben Jahre später übernahm Adjunkt Klockow der auch bereits seit 1786 die hiesige Küsterstelle inne hatte die Lehrerstelle?). Sein Amtsnachfolger wurde sein Sohn- 1839 Christian Bienicke (II), der 1839 bei der Beschaffung von Brennmaterial verunglückte. Von 1839 bis 1855 unterrichtete Herms aus Hohenstein († 1874), 1855 bis 1859 Tinius, der später nach Rasdorf versetzt wurde. 1859 bis 1864 Kortenbeutel, 1865 bis 1869 Meusel, 1869 bis 1910 Wilhelm Bellin, der eine "trefflich geführte Schulchronik anlegte, die manches Wichtige zur Geschichte des Ortes festgehalten hat und schließlich der unvergessene Lehrer und Kantor Arnold Gossow (geb. 1882). Er unterrichtete die Weesower Kinder in allen Grundfächern.
Nach dem 2. Weltkrieg fand zunächst kein Schulbetrieb mehr statt. Der Ort war verlassen und gegenüber der Schule befand sich ein vom russischen NKWD eingerichtetes KZ.
Nachdem sich die Verhältnisse ordneten, die Hunger- und Todeswellen der Jahre 1945/46 überwunden waren, konnte ein bescheidener Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Doch nur eingeschränkt, denn die Schulen von Weesow und auch anderer Gemeinden wurden der Schule in Werneuchen zugeordnet. In diesem Zuge wurde im Gebäude bis mindestens 1964 nur noch gemeinsamer Unterricht für die 1. und 2. Klasse durchgeführt und gleichzeitig, bis etwa 1970, auch als Hort bzw. Kindergarten genutzt. Der Kindergarten war in den Nachkriegsjahren vorübergehend und provisorisch in der Dorfstraße 2 untergebracht.
Im Jahre 1970 wurde der Kindergarten verlegt und das Gebäude als Gemeindeschwesternstation genutzt. Die Schwestern hatten vorher bereits mehrere Umzüge durch Wohnhäuser in Weesow hinter sich und so war die Freude unter ihnen groß ein solch schönes, komfortables Haus in zentraler Ortslage an der Kirche zu nutzen. Zum Einzugsbereich der Schwester gehören auch die Nachbardörfer Willmersdorf und Schönfeld. Wöchentlich fanden Arzt- und Schwesternsprechstunden und monatlich auch eine Mütterberatung statt. Nach der Wende etwa 1992 wurde diese Station aufgelöst und das Haus verkauft.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014