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Die Kirche

Lage: Wegendorfs uralte Feldsteinkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Kirchen in der Werneuchner Umgebung. Sie befindet sich auf einem kleinen Hügel in geschützter Lage.

Baugeschichte: Die ursprüngliche Bauweise ähnelt der Kirche in Seeberg. Einem rechteckigen Schiff schließt sich ein etwas schmalerer Chorraum an, der von einer halbrunden Apsis abgeschlossen wird. Die Apsis verfügt über zwei schmale rundbogige Fenster. In spätgotischer Zeit (2. Hälfte des 15. Jhd.) wurde der Chorraum eingewölbt. Der Sakristeianbau an der Nordseite des Chores ist im 14. oder 15. Jhd. entstanden. Ursprünglich besaß die Kirche einen hölzernen Dachreiter an der Westseite. Im Jahre 1861 ist der Turm von Grund auf neu erbaut worden. Der alte abgebrochene Turm war aus Holz erbaut und mit Schindeln gedeckt. Der Dachreiter wurde 1861 entfernt und ein Turm aus gelbem Backstein errichtet. Damit erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Dazu heißt es: "Im Jahre 1861 nach Christi Geburt ist dieser Turm unter Gottes gnädigem Schutz und Beistand von den Handwerksbaumeistern Maurermeister Brauer aus Freienwalde a. Oder, Zimmermeister Seefeldt aus Werneuchen geleitet und von Grund auf neu erbaut worden. "Zu Kriegsende 1944 verlor die Kirche ihren Turmhelm durch einen Artillerietreffer und besitzt seit 1948 ein flaches Zeltdach. Der alte abgebrochene Turm war aus Holz erbaut und mit Schindeln gedeckt. An das Langhaus, dessen einst romanische Fenster verbreitert sind ( eine romanische Tür ist geschlossen), schließt sich die Rundapsis an, die im Jahre 1907 ausgemalt wurde. Die Gewölberippen des Kreuzgewölbes im Chor (Kreuzgewölbe auf Backsteinrippen) setzen auf Konsolen auf, die in Gesichtsmasken (Maskenkonsolen) endigen (15. Jh.). Im Inneren existiert ein rundbogiger Triumphbogen vom Ursprungsbau. Die Kanzel entstammt dem 18. Jh. und ist aus einem Epitaph aus Sandstein mit einer Inschrift gestaltet. Von den ehemaligen Kirchengeräten in Wegendorf ist das Taufbecken aus dem Jahre 1818 (laut Stempelmarke aus englischem Zinn) erhalten. Eine Besonderheit im Innern des Chores bilden die vier Konsolen der Gewölberippen, welche Gesichtsmasken darstellen. Der Sage nach sind dies Köpfe von Hussiten, die als Strafe für ihre Plünderungen für ewige Zeiten das Gewölbe tragen müssen.

Altar: Der Altar der Kirche ist eine sehr schöne Arbeit aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Beim ihm handelte es sich um ein mehrgeschossigen Altaraufbau mit Reliefs. Es finden sich Darstellungen von Abendmahl, von Kreuzigung und Auferstehung Christi. Der ursprünglich schön geschnitzte Altar mit noch älteren geschnitzten Mittelstücken ( Abendmahl- und Kreuzigungsgruppe darstellend), ist durch grauweiße Tünche ( um 1925) leider verunstaltet. Auch die darüberliegende Decke der Absis wurden zur Jahrtausendwende restauriert. Die Taufschale aus Zinn und die Kanzel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das Epitaph im Chorraum wurde für den dort bestatteten Pfarrer Martini errichtet. Er war 1721-bis 1750 Pfarrer zu Altlandsberg und Buchholz, seit 1732 auch von Wegendorf. Im Turm befinden sich zwei mittelalterliche Glocken. Um 1925 sind Kanzel und Orgel neueren Datums.

Die Pfarre

Um 1459 gehörte Wedigendorp zur Sedes Strausberg und war ursprünglich die Mutterkirche von Hirschfelde, welches Verhältnis bestand bis 1670, von wo ab Wegendorf nach Altlandsberg eingepfarrt wurde. In diesem Dorfe hat Jörg von Krummensee den Pfarrer aus dem Pfarrhause getrieben und auf einen Bauernhof gesetzt. Ist aber gemeldet, Krummensee befohlen, den Pfarrhof wieder zu erneuern und den Pfarrer darauf ziehen zu lassen. Im 30jährigen Krieg scheint der Pfarrhof gänzlich zerstört worden zu sein, er ist auch nicht wieder aufgebaut worden. Noch jetzt (2003) befindet sich ein wallartiger Trümmerrest in dem sogenannten Pfarrgarten links neben der Schmiede ( die Schmiede ist leider irgendwann nach 1925 verschwunden).

Glocken: Die Kirche besitzt zwei mittelalterliche Glocken, wovon eine über 700 Jahre alt ist. Die eine ist in edler romanischer Form mit ausgegossener Spiegelschrift am Hals angeblich : “ ora tu o Christe, benedictum sonas iste” beschriftet. Die Zweite Glocke stammt anscheinend aus dem 15. Jahrhundert. Aus der Pfarrliste bis zur Einpfarrung in Altlandsberg: “In päpstlichen Zeiten Elsicken, welchen eines Bauern Sohn vor seiner Kirche einer Buhlerin wegen umbrachte; den schlug nachher ein blinder Gaul nieder” Turmknopfurkunde von 1861.

 

Im Jahre 2002 wurde die das Kirchengelände umgebende Feldsteinmauer, in alter historischer Art, liebevoll wiederhergestellt.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014