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1375
1375
1375

Zeittafel

1345

Markgraf Ludwig der Ältere beschenkt einen Altar in der Marienkirche zu Berlin mit Einkünften zu Wedegendorf (Wegendorf). Der Ort wird zum ersten Male urkundlich erwähnt.

1375

Das Bauerndorf Wegendorf (ein Winkelangerdorf) wird urkundlich zum zweiten Male im Jahre 1375 unter dem Namen W e d i g e n d o r p , in einer anderen Handschrift Wedegindorff und in einer weiterenn Handschrift Wedegendorph  (Berliner Urkundenbuch S. 86),, genannt, was auf eine deutsche Gründung schliessen lässt ( Waldmannsdorf ). Nach dem Carolinischen Landbuch von 1375 umfasste die Feldmark des Dorfes 64 Hufen von denen der Pfarrer 4 nutzte. Die Anzahl der Hüfner wird nicht benannt. Kossäten waren 11 am Orte, welche an dei Hüfner 8 Schillinge zu entrichten hatten. Erwähnenswert ist, daß die Familie des “olde Jacob Wedigen” noch im 16. Jahrhundert genannt wird. Wahrscheinlich hat das deutsche Dorf eine slawische Siedlung abgelöst, denn noch 1880 fanden sich in einem Garten des Mitteldorfes wendische Gefäßreste in großer Zahl. Der Krug wird zum ersten Mal erwähnt.

1412 Die Familie von Bredow ist seit 1412 an den Erträgnissen des Dorfes beteiligt.
1444 Kurfürst Friedrich II. Eisenzahn beleiht den Bürger Hans Markow zu Berlin mit den väterlichen Lehngütern zu Jansfelde, Heinersdorf, Wegendorf und Heckelberg.
1450

Die Familie von Bredow ist noch an den Erträgnissen des Dorfes beteiligt. Das Schoßbuch von 1450 bemerkt: "Wedighendorp hat Caspar von Bredow von meinem Herrn zu Lehn". Der schon 1375 erwähnte Krug  ( es ist um 1925 der alte Krug von Otto Scheere) "giebt 20 Groschen und von den 8 Kossätenhöfen sind 2 wüste."

1472

Noch 1472 haben die Bredows in Wedegendorff “ einige Zinsen” sonst aber gehört alles “mit allen Gnaden und Gerechtigkeiten” denen

....... von Krummensee

1541  Georg von Krummensee ist Besitzer des Dorfes
1541

Wegendorf scheint eine Schule besessen zu haben, denn die Matrikel dieses Jahres meldet: "Küster hat ein Küsterhäuslein,

31 Schock Hufenpacht, jeder Hüfner und Kossät gibt jährlich 4 Brote und 4 Pfennig, jede Hufe 2 Eier. Pfarrer und Kirche geben auch 2 Groschen.

1584 Otto von Krummensee stirbt
1586

Das Schwerinsche Hausbuch berichtet : “ Als Otto von Krummensee 1584 gestorben und soviel Schulden hinterlassen, daß seine drei Hinterbliebenen Söhne Caspar, Albrecht und Jacob, die Zinsen aus ihren Gütern nicht mehr abführen konnten, ist 1586 Krummensee, Wegendorf und Hirschfelde von Joh. v. Roebels für 30 000 Tlr. verkauft worden und wurde dann in brüderlicher Teilung Hans Diedrich von R. für 14 036 Tlr. zugeschlagen. Nachdem Hans Diedrich von Roebel, der bisher wegen 30 800 Taler als Pfand das Gut Krummensee (kr. Niederbarnim) besessen habe, ohne männliche Leibeserben verstorben sei, sein Besitz auf seine 5 Brüder übergehe und zwar erhielt: Moritz August von Roebel -ausser dem Stammsitz Krummensee, auch das Dorf Wegendorf, samt den Ober- und Untergerichten nebst dem Kirchlehn.

1621

1621 verkaufte Moritz August von Roebel wegen schwerer Schuldenlast halber an Joachim von Krummensee zu Altlandsberg das Gut und Dorf Wegendorf samt dem Rittersitze und allen vorhandenen Gebäuden und was darin erd-, niet-, und nagelfest ist samt allen Gärten, Kirchlehn, Ober- und Niedergerichten, Schäferei und Meierei, Jagden, Fischerei, Wiesen und Weiden, Ackern und 13 Hühner und 7 Kossäten.

1631 Joachim von Krummensee zu Altlandsberg stirbt. Das Gut ( Vorwerk) Wegendorf kommt an die Familie von Kalenberg
1634

Über das Dorf vor dem 30jährigen Krieg ist nur wenig bekannt. Der 30jährige Krieg hat das Gemeinwesen arg mitgenommen, wovon das Kriegsschädenprotokoll von 1634 nur einen kleinen Ausschnitt gibt. 375 Tlr. 7 Gr. an bar, 17 W. 5 Sch.. 7 M. Roggen, 1W. 3 Sch. Hafer, 6 W. 8 M Gerste, 4 Ochsen, 2 Kühe, 2 Kälber, 37 Hammel, 78 Brote, 20 Tonnen Bier, 9 Fuder Heu, 2 Hühner, 1/2 Schock Eier, 20 Pfg. Werg und bemerkt im übrigen, daß 21 Bauernhufen und 1 Kossätenhof wüst lägen. Die Pest grassierte im Orte und als der Landreiter Seb. Becker die Verhältnisse nachprüfte, fand er im ganzen Dorf nur noch drei Bauern Gürgen Jack (39 Jahre), Martin Jack (40 Jahre), Efche (24 Jahre) und drei Knechte vor.

1683

Im Schwerinschen Hausbuch von 1683 steht: "Der Küster, so auch zugleich Schulmeister sein und deshalb aparte befriedigt werden muß, hat ein Küsterhäuslein und ein Gärtlein dabei.

1644

1644 erkaufte Hans Idell von Heise von Melchior von Kallenberg ein Freigut in Wegendorf, das dieser aber bald für 500 Tlr. an

Michel Schmidt “ Bürger in Berlin” weiterverkaufte.

1656

Wegendorf kommt für 12 000 Tlr. an den Oberpräsidenten Otto von Schwerin . Wegendorf ist noch ein Rittersitz, hinter dem der Oberpräsident 1664 einen “ Hoppegarten von dreissig Stielen angelegt hatte”.

1669

Das “ Wegendorfisch Acker-Register von 1669 gibt von der Dreifelderwirtschaft folgende Übersicht :

16 Ritterhufen (-Vorwerk Wegendorf),4 Pfarr- und 1 Gotteshufe ,4 freie Schulzenhufen ( Schulze: Christian Rode).

Das grosse Feld lag nach Wesendahl und Buchholz, das Mittelfeld, beginnt hinter Köppens Hof vom Dorfe bis Krummensee

das dritte Feld war das Werneuchen´sche Feld die Stegenitz oder das Mühlenfließ entspringt oberhalb Wegendorfs ( Wegendorfer Fließ) an dessen Westseite es eine etwas südliche Richtung einnimmt. Es läuft hier am Fusse der Giel´schen ( Görlitzschen) Berge hin und schwenkt an der Kreisgrenze in den Niederbarnim ab. Dieser 650 Meter lange Teil des Gewässers wird im Volksmund das Sudenzfließ genannt (Fließ der Gerichtsstätte ) .

1683

1683 berichtet das Schwerin´sche Hausbuch über den alten Krug, zu welchem drei Hufen gehörten, liegt mitten im Dorfe und ist in ein Erbkrug, der selbst brauen mag.

1709

Die Nachkommen  des Oberpräsidenten Otto von Schwerin  verkaufen 1709 seine Güter an den ersten preussischen König. Wegendorf wird ein Amtsdorf und der Rittersitz ein Vorwerk.

1753

Bezüglich der Dienstverpflichtungen wird 1753 berichtet : “Wegendorf ist schuldig zum Vorwerk Altlandsberg zu dienen. Bauern und Kossäten sind schuldig, wöchentlich 3 Tage und im Augst-Vierteljahr 4 Tage, die Bauern mit Gespann, die Kossäten aber mit der Hand zu dienen. 4 Bauern pflügen je eine Hufe in allen drei Feldern und es muß ein jeder Pflug 7 mal auf der Hufe umpflügen, die Hufe aber mit 28 Fuhren “ nicht mehr und nicht weniger””. ...Dienstzeit der Bauern von morgens 6 im Sommer bis abends 8 Uhr, im Winter von 8 bis 4 Uhr. Die Abgaben, die sich im Laufe der Zeit allerdings geringfügig veränderten, betrugen, für die ganze Gemeinde gerechnet : An Dienstgeld - 292 Tlr. 1 Gr. 9 Pf., An Erbzins - 28 Tlr. 4 Gr. 10 Pf., An Schweinezehnt - 5 Tlr. 22 Gr. 6 Pf. , An Schafpacht - 90 Tlr. Für Getreidepächte - 87 Tlr. 5 Gr, 8 Pf. , ausserdem “ ungemessene Burg- und Baudienste”- in Natura : 15 Gänse, 20 Hühner, 90 Stein Natural=(Wolle) und Fleichzehnt mit 10 Tlr. 12 Gr. 4 Pf. in bar. Der geschnitzte Altar in der Kirche wird vermutlich eingeweiht

1772 1772 erfolgte erstmals der Kartoffelanbau auf den umliegenden Feldern.
1791 Am 1. 9.2006 bricht ein Sturm mehrere Fichten um
1792

Ein Windbruch bricht 7620 Fichten und 625 Eichen. Die ganze Heide lag so voll umgeworfener Bäume, daß kein Weg zu passieren war. Schwierigkeiten machte auch die verwendung des Holzes. Den Bürgern wurde Brennholz auf einige Jahre voraus gegeben. (Ein Teil der Stämme wurde später zum Wideraufbau der 1794 abgebrannten Scheunen verwendet.)

1794 mehrere Scheunen brennen ab
1818 Das Taufbecken wird in der Kirche in Benutzung genommen (Taufbecken aus dem Jahre 1818 laut Stempelmarke).
1825

Durch Rezeß von 5.4.1825 wurde das Freiluch aufgeteilt und die Reihenfolge der Verteilung durch das Los bestimmt. Es sind meistens Gärten daraus entstanden.

1833

Durch den Rezeß von 30.06.1833 wurden diese Abgaben in eine Jährliche Geldrente von zusammen 592 Tlr. 18 Gr. 5 Pf. umgewandelt. Die Bauern erhielten ihre Höfe zum Eigentum. Allen gutsherlichen Gegenleistungen entsagten die Dörfler. Der Fiskus verzichtet auf die 2/3 teilige Vergütung für das Bau- und Reperaturholz, ferner überwies das Domänenamt den Einwohnern noch das zu gegenwärtiger Instandsetzung ihrer Anwesen nötige Holz und übertrug ihnen das Eigentum der im Dorfe befindlichen zwei Hirtenhäuser. Das mitten im Dorfe belegene und rund 37 Morgen grosse Gemeinde-Weide-Revier, das Freiluch genannt benutzte die Gemeinde als Hütung und betrieb es im Frühjahr und Herbst mit Vieh.

1855

Von 1845 - 55 brach 5 mal Feuer aus, jedoch Gott sei Dank, nur drei Bauernhöfe nebst einer Kossätenscheune, ein Stallgebäude auf der Schmiedestelle und das alte ehemalige Hirtenhaus. Seitdem sind sehr viel neue massive Häuser, Ställe und Scheunen , mehrenteils mit Ziegeln und Steinpappe-Bedachung erbaut worden, denn seit dem Jahre 1841, wo die Spezial-Separation der hiesigen Feldmark vollzogen worden ist, hat sich der Wohlstand der Ackerbesitzer durch die Kultur des Landes und der hohen Getreidepreise sehr gehoben. Bis dahin existierten noch die alten gewohnten Wohnhäuser mit Ställen verbunden, von Holz und Lehmfachwerk erbaut und mit Strohbedachung versehen.

1857

Die Hammelwiese, das über 14 Morgen große Hütungsrevier auf der Wegendorfer Feldmark, das von Krummensee mitbenutzt, wurde durch Rezeß von 1857 aufgeteilt und jeder Gemeinde zur Hälfte übereignet.

1861

Der Kirchturm wird unter der Leitung der Handwerksbaumeister Brauer aus Freienwalde an der Oder (Maurermeister) und Seefeldt aus Werneuchen (Zimmermeister) von Grund auf neu erbaut. Eine der beiden Turmglocken ist in romanischer Form gegossen, eine besondere Rarität. Die Inschrift "ora tu o Christe, benedictum sonas iste" ist noch heute gut zu erkennen. Die zweite Glocke stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.

1880

1880 fanden sich in einem Garten des Mitteldorfes wendische Gefäßreste in großer Zahl.

1893

Das Schulhaus wird 1893 umgebaut und erweitert, Schülerzahl 40-50.

1904

Das Schulhaus wird 1904 umgebaut und erweitert, Schülerzahl bis zu 70.

1925 " Der alte Krug" gehört Otto Scheere, Kanzel und Orgel werden vermutlich neu in der Kirche installiert.
1933

1933 hat Wegendorf 378 Einwohner

1939 1939 hat Wegendorf 392 Einwohner
1944 Die Kirche verliert ihren Turmhelm durch einen Artillerietreffer ???
1949 entstand in Wegendorf eine Maschinenausleihstation
1953 8 Bauern gründeten eine LPG, die 1955 zur Genossenschaft
überging

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014