Startseite / Aufwärts / Neue Seiten / Impressum / Über uns / Danksagung


Startseite
Aufwärts

Das Gut

Die Besitzer und die Abgaben des Dorfes

Die Leistungen welche die Dörfler im 14. Jahrhundert aufzubringen hatten, waren ziemlich weitgehend. 1375 zogen in Wilmesdorf Einkünfte ein: der Eberswalder Bürger Peter Rudenitz von 21 Landhufen, Paul Schröder in Bernau von 4 Hufen, Claus daberkow von 2, der Berliner Schulze Tyle Brügge von 4, desgleichen Hans Lytzen ebenda, Liborius Botel von 2, Steger von 6, Byso von 5, je ein Altar in den Kirchen von Schönfeld und Berlin von 2 Hufen. (Der Schulze Tyle Brügge zu Berlin zog auch aus Wesendahl die Pacht von 28 Landhufen ein, eine Verschreibung, die bereits seit 1345 als Ausstattung für das Berliner Stadtgericht bestand.) Der Straußberger Bürger Schöneberg hatte 11 Stück Geld von der Bede zu Lehn. Friedrich Wiltberg hat den Rest der Bede, das Obergericht und den Wagendienst "seit alters vom Markgrafen zu Lehn". Die Gebrüder "von Krummensee" hatten seit 1415 einen Wispel Roggen zu erheben. Johannes von Sparr zog seit 1347 aus dem Zins des Dorfes 2 Pfg. 5 Schilling. Die Berliner Bürgerfamilie Glienicke erhob 1440 auf heim Uckerows Hof 1 Schiulling zu der Pflege, 4 Schilling Groschen und 5 1/2 Groschen zur Bede. Ähnliche Angaben gibt es auf die Höfe von Jörgen Schulten und des alten Litzow. 1454 erhält die Familie 2 Schock Geld, was ihr 1472/73 bestätigt wird zugleich mit dem Besitz der Berndeswiesen. Als erster Besitzer des im 15. Jahrhundert gebildeten Gutes ist der kurfürstliche Rat Lüdecke von Arnim anzusehen, dem 1450 das Dorf Willmersdorf mit allen Rechten für 600 rheinische Gulden "wiederverkäuflich" abgetreten wird, doch ohne die Rechte des Hans von Waldow, der 4 Stück Geld und 7 1/2 Groschen dort einzog seit 1441, die er dann dem Straußberger Kloster vermachte, welche Hebung noch 1541 vom Kloster mit 2 Schock 46 Groschen 4 Pfennigen zu Wilmersdorff von 3 Bauern und 1 Kossäten eingezogen wurde. Im Arnimschen Lehnbrief von 1472 werden der Familie bestätigt die Ober- und Untergerichte, 19 1/2 Scheffel Groschen und das Bedekorn, 18 Scheffel Hartkorn und 3 Wispel Hafer und der Lehnbrief von 1486 fügt noch zehnt, Dienst, Rauchhühner hinzu. 1527 bilden die Einkünfte die Leibgedingungsausstattung für Elisabeth von Arnim, geb. von der Schulenburg und nach deren Tode 1537 für Else von Arnim, geb. von Bülow. 1577 besitzt Franz von Arnim das Dorf, welchen Besitz der Gesamtlehnsbrief von 1602 wiederholt. 1608 gehört Willmersdorf Stephan von Arnim und 1634 Berndt von Arnim "ein hastiger Mann". 1676 werden die in Konkurs gestandenen und dreimal subhaftierten Güter Willmersdorf und Börnicke dem Kammergerichtsadvokaten und Bürgermeister der Stadt Berlin Johann Tiefenbach (1617-1682) für 5000 Taler zugeschlagen. Johannes Tiefenbach (1617-1682) stammt aus Neuruppin, wo sein Vater Bürgermeister war. In Stettin studierte er Jura und machte sich dann einen Namen als Rechtsberater und ab 1644 als Kurfürstlich - Brandenburgischer Kammergerichtsadvokat. 1648 wurde er Syndikus (Rechtsanwalt) in Berlin und wurde 1657 bis 1681 Oberbürgermeister der Stadt Berlin. Zusätzlich wurde er ab 1666 Verordneter der Mittel- und Uckermärkischen Städte und  der Städte des Ruppiner Landes. Landschaftsadvokat (Rechtsanwalt eines Kollegiums von Landräten). In erster Ehe war Tiefenbach mit einer Tochter des Berliner Bürgermeisters Benedikt Reichardt: Euphrosyna Margaretha Reichardt und in zweiter Ehe mit Margaretha von der Linde, Witwe des Kurmärkischen Landschaftsrentmeisters verheiratet.

1673 finden wir Willmersdorf im Besitze des zu Grünthal seinen eigentlichen Sitz habenden Geschlechtes von Goetze, für die es der Generalfeldwachtmeister Gouverneur von Berlin und Obrister zu Fuß, Adolph von Goetze erwarb (d.h. die Familie v. Goetze wird mit Löhme und auch Börnicke, Wilmersdorf, Weesow, Tempelfeld und Grüntal belehnt.)Die Familie von Goetze hatten ihren Stammsitz in Grüntal, das von Adolf von Goetze (1610-1684) erworben wurde. Adolf von Goetze war Generalfeldwachtmeister, Gouverneur und Oberhauptmann der Festung Spandau und später 10 Jahre lang von 1674-1684 Gouverneur von Berlin.

Am 1. Dezember 1712 verkaufte einer der Nachkommen von Goetze: der Kapitän Karl Joachim von Goetze "auf 20 Jahre wiederverkäuflich" an Obristleutnant Christian Friedrich von Roebel, Erbherrn auf Schöneiche "sein im Oberbarnimschen Kreise gelegenes Bauerngut Willmersdorf mit allen dessen An- und Zugehörigungen von 14 besetzten Bauern und 3 wüsten Kossäten mit Diensten, Pächten, Zinsen usw. für 8300 Taler, der es 1716 an die Kammerherrin von Warwitz abtrat, die es bis 1723 besaß und ihre einzige Tochter Charlotte Wilhelmine vermählten von Morian im Erbgang überließ. 1724 wird bereits wieder Major Friedrich Jacob von Goetze (gest. 1732) als Gutsherr genannt. 1734 besitzt Staatsminister Franz Wilhelm von Happe Löhme, Weesow und Willmersdorf. Im folgenden Jahre übernimmt diese Güter für 52.000 Taler der Kronprinz Friedrich, obschon die Familie von Goetze noch 1770 dem Namen nach sich als Besitzer von Willmersdorf bezeichnet. Mit der Bauernbefreiung geht auch das eigentliche Gut in den besitz der Dorfgemeinschaft über, während die an den Fiskus zu leistenden Abgaben von nun ab von der Domänenverwaltung zu Biesenthal und seit 1834 von Amt Löhme eingezogen werden. 1841 zahlte die gemeinde 395 Taler, 25 groschen 11 Pfg. Kontribution, 12 Groschen 6 Pfg. Quittungsgeld, 25 Taler Hufenschoß, 10 Taler 3 Groschen 10 Pfg. Giebelschoß. Durch Rezess vom 12. Juni 1852 werden dann diese Abgaben, insbesondere Grundzins, Zapfenzins und Dienstgeld, sowie gewisse Getreideernten- auf dem Wege der Rentenablösung beseitigt. Auch die Schmiede ist seit 1863 abgelöst.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-


© www.heimatheft.de Senden Sie ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: M.Kuban@gmx.de 
Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014