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Spandau und Willmersdorf

Spandau erhielt 1232 das Stadtrechtsprivileg, fünf Jahre später Berlin. 1239 stifteten die Markgrafen das Benediktinerinnen-Kloster St. Marien, das bis zur Reformation 1539 das religiöse Leben in Spandau bestimmte.
Die Markgrafen übertrugen dem Kloster die Patronatsrechte (Recht zur Pfarranstellung, Aufsicht über die finanziellen Verhältnisse und Lasten des Kirchbaus). St. Marien besaß reichlich Grundbesitz, der zum Teil durch Schenkungen vom Adel und reichen Spandauer Bürgern, zum Teil aus Eintritten von Nonnen entstanden war. Die Nonnen brachten, wie bei einer Heirat, größere Beträge an Mitgift in das Kloster ein, entweder Geld oder Besitztümer an Land. Dem Kloster gehörten 13 Dörfer, aus 55 weiteren Orten bezogen sie Teileinkünfte. Genauso gut wie sie finanziell ausgestattet waren, verfügten sie über weltliche Macht. Der Propst des Klosters war selbstverständlich auf den Landtagen des Havellandes vertreten, wo sonst nur der Adel, die größeren Städte und der Bischof von Brandenburg hinzugezogen wurden. Das Kloster bestimmte, wer in der Stadtpfarrkirche Pfarrer werden durfte und hatte das Besetzungsrecht für den Marienaltar der Burgkapelle (Zitadelle) und zehn weitere im Havelland liegende Dörfer. Die Nonnen erhielten zum Beispiel aus Weesow, einem kleinen Dorf nahe Bernau (das Bernauer Bier war berühmt) von zwei Hufen 6 Scheffel Roggen (ein Scheffel betrug zwischen 30 und 60 Liter), 6 Scheffel Gerste, ein Viert Erbsen und vier Schillinge Geldzins. Die Angaben stammen aus dem Landbuch von 1375 und verzeichnen 15 Bauern. Für die Landbevölkerung hieß eine solche Gesamtsumme an Zinszahlung, dass von ihrem Ertrag der Arbeit wenig für den Eigenverbrauch übrig blieb. Auch noch nach der Einführung der Reformation bezog das Kloster aus dem kleinen Dorf 1552 zwölf Groschen zehn Pfennige Hufenzins. (Hufe ist ein ehemaliges Durchschnittsmaß für bäuerlichen Grundbesitz. Hufenzins ist die Besteuerung darauf.) Nach der Reformation wurde den Nonnen ausdrücklich erlaubt, eine Ehe einzugehen und das Kloster zu verlassen. 1598 starb die letzte Benediktinerin, und das Kloster verlosch endgültig. Die Besitzungen fielen automatisch an den Kurfürsten, der darüber sicher nicht unglücklich war, seine Kassen waren meist leer. Spandau hatte bereits 1232 das Stadtrechtsprivileg ( 5 Jahre später Berlin) erhalten. 1239 stiftete der Markgraf das Benediktinerinnen-Kloster St. Marien in Spandau, welches bis zur Reformation 1539 das religiöse Leben in Spandau bestimmen sollte. Der Markgraf übertrug dem Kloster die Patronatsrechte (Recht zur Pfarranstellung, Aufsicht über die finanziellen Verhältnisse und Lasten des Kirchbaus) zunächst in Spandau. St. Marien besaß bald reichlich Grundbesitz, der zum Teil durch Schenkungen vom Adel und reichen Spandauer Bürgern, zum Teil aus Eintritten von Nonnen entstanden war. Die Nonnen brachten, wie bei einer Heirat, größere Beträge an "Mitgift" in das Kloster ein, entweder Geld oder Besitztümer an Land. Auch durch Stiftungen gehörten dem Kloster bald 13 Dörfer und aus 55 weiteren Orten bezogen sie Teileinkünfte. Abgaben aus Willmersdorf erhielten zu den verschiedenen Zeiten wechselnd Familien aus Bernau, Eberswalde, Freienwalde, Berlin und Strausberg. 1415 bekamen auch die Gebrüder von Krummensee 1 Wispel Roggen. Ein Wispel ist ein Hohlmaß für feste Stoffe und umfasst 13,191 Hektoliter.

1432 fielen die Hussiten ein. Willmersdorf liegt nahe des Weges zwischen Bernau und Werneuchen und verfügte über keine angelegte Wehranlagen außer der Wehrkirche und der sie umgebenden Steinmauern. Diese Bauten konnten aber 1000 Mann nicht trotzen. So wurde Willmersdorf völlig niedergebrannt.

1441 gab es wieder einen Pfarrer der einen Kosätenhof besaß.
Nach dem Schoßregister von 1450 war Willmersdorf dem Kurfürsten als erledigtes Lehn heimgefallen. Noch im selben Jahre erhielt es Lüdeke von Arnim auf Wiederkauf und später zu Lehen für 600 rheinische Gulden. Hier entstand das erste Gut in Willmersdorf. 1472 werdem ihm urkundlich die Ober- und Untergerichte bestätigt. 1577 werden zwei Windmühlen erwähnt. 1634 hatte Willmersdorf 76 Bauernhufe und vier Kossätenhöfe. (Zusammen, also immer noch die schon 1375 erwähnten 84 Hufe). Bestellt wurden davon lediglich 22 Hufe. Der andere Teil und die Kossätenhöfe lagen "wüst". 1552 werden durch eine Visitation eines Landreiters lediglich die vier Bauern Gürgen Wilke (45 Jahre), Joachim Neumann (34 Jahre), Andreas Marger (28 Jahre) und Thomas Gürgen (31 Jahre) protokolliert. 1577 ging das Spandauer Nonnenkloster, welches seit 1375 Abgabenberechtigt war nieder und die Ansprüche gingen an den Kurfürsten über. So übernahm das landesherrliche Amt Spandau den Abgabenanspruch an Willmersdorf bis das Amt Biesenthal mit der Einziehung beauftragt wurde. 1590 wurden 4 Taler, 5 Groschen und 11 Pfennige beansprucht.
1650 trat die Familie von Götze in den Besitz von Willmersdorf. 1662 sind uns durch eine weiterte Visitation die Bauern Andreas Marggraff, Joachim Normann, Thomas Gürgen und Gürgen Wilke bekannt. Die mittlerweile 5 Kossätenhöfe und die übrigen 9 Bauernstellen lagen "wüst". 1676 kam die Familie von Arnim in den Besitz des Ortes. Ab 1691 weigerte sich die Dorfgemeinschaft an das Amt Biesenthal weiter Abgaben zu entrichten. Ab 1734 besaß Franz Wilhelm von Happe Willmersdorf. Später ging es an den König zurück. 1662 werden die Ober- und Untergerichte mit 100 Talern bewertet. 1675 kauft der berliner Bürgermeister und Gerichtsadvokat Johannes Tiefenbach aus Berlin für 5000 Taler das Gut. 1750 gehörte der Ort zum Amt Löhme.

Download:

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit

ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen und

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Martin Kuban, Werneuchen, Stand: 04. Dezember 2014